Ammonium: Verbesserungen in kleinen Schritten
Ammonium wird durch Abschwemmung von Jauche oder Einleitung von gereinigtem Abwasser in die Gewässer eingetragen. Trotz dieser Belastung wird das in der Gewässerschutzverordnung vorgegebene Qualitätsziel in der Regel eingehalten. Bisweilen kann es aber zu Qualitätszielüberschreitungen in den Gewässern kommen. Letzteres ist insbesondere in der Birs der Fall. Die drei Kläranlagen in Zwingen, Reinach und Birsfelden entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Die notwendigen Sanierungsschritte sind eingeleitet. Bis diese aber vollständig umgesetzt sind, leidet die Birs unter mehr oder weniger starken Abwasserbelastungen. So wurde das gereinigte Abwasser der ARA Birs II bis anfangs Mai 2004 auf der Höhe des Stadion St. Jakob in die Birs eingeleitet. Dies führte in Trockenperioden wie im Jahr 2003 zu sehr hohen Konzentrationen an Abwasserinhaltsstoffen auf den letzten Kilometern bis zur Mündung in den Rhein. Zur Veranschaulichung sind in Abb. 2 die Konzentrationen an Ammonium dargestellt. Diese erreichten im Jahr 2003 für Fische toxische Werte. Auch für Erholungssuchende war die Situation ungünstig: Teilweise konnte das Baden am Birskopf nur mit Vorbehalt empfohlen werden. Mit der Inbetriebnahme des Ableitkanals im Mai 2004, welcher das gereinigte Abwasser der ARA Birs II direkt in den Rhein führt, hat sich die Situation etwas entspannt. Es war eine deutliche Verbesserung der Badewasserqualität und des Ökosystems im untersten Abschnitt der Birs festzustellen. Eine weitere Verbesserung brachte der Ausbau der ARA Birs per Ende 2007. Die neue, leistungsfähige Anlage, welche die ARA Birs I in Reinach ud die ARA Birs II in Birsfelden ersetzt, ist in der Lage, 85% der stickstoffhaltigen Verbindungen zu eliminieren. Dadurch wird der Rhein deutlich entlastet. Dies ist ein wertvoller Puzzlestein auf dem Weg zu sauberen und nachhaltig nutzbaren Fliessgewässern.