Verdichtung

Gesunder Boden besteht zu mehr als der Hälfte aus Hohlräumen. Ein fein verzweigtes Porensystem dient dem Luft- und Wasserhaushalt. Werden die Hohlräume zerstört, spricht man von Verdichtung. Zu schwere Maschinen oder das Bearbeiten und Befahren in zu feuchtem Zustand lösen Verdichtungen aus. Die Böden der Region sind unterschiedlich empfindlich gegenüber mechanischer Beanspruchung.
 
Die Böden der Region sind unterschiedlich empfindlich
Das Hohlraumsystem der Böden wird dann zerstört, wenn es mit zu schweren Maschinen oder in zu feuchtem Zustand befahren und bearbeitet wird. Dies kann bei Bauvorhaben oder bei der landwirtschaftlichen Nutzung der Fall sein. In verdichteten Böden kann das Wasser nicht mehr versickern und Wurzeln können nicht mehr in die Tiefe vordringen. Der Mangel an Sauerstoff führt zum Absterben der Bodenlebewesen. Boden ohne Hohlräume ist tot.
 
Grundsätzlich gilt: Je trockener ein Boden ist, umso tragfähiger und damit unempfindlicher ist er gegenüber mechanischen Belastungen. Stau- oder grundwasserbeeinflusste Böden sowie sehr tonreiche Böden gelten als empfindlich für Verdichtungen.
 
60% der Bodenfläche in der Region ausserhalb von Siedlungsgebiet und Wald ist schwach empfindlich gegenüber mechanischen Belastungen. Knapp 30% sind als empfindlich einzustufen. Die restlichen 10% der Bodenfläche gelten als stark bis extrem empfindlich.

 

Die Böden werden heute stärker mechanisch beansprucht
Die Böden sind – im eigentlichen Wortsinn – immer stärkerem Druck ausgesetzt. Sie werden mit grösseren, leistungsfähigeren und schwereren Maschinen befahren und bearbeitet. So hat das durchschnittliche Gewicht des jeweils schwersten Traktors auf den Betrieben in den letzten 10 Jahren um 20% zugenommen. Die durchschnittliche Achslast der jeweils schwersten Landwirtschaftsmaschine auf den Betrieben hat im gleichen Zeitraum um über 40% zugenommen. Dabei zeigen sich regionale Unterschiede.
 
Vor allem die erheblich höheren Achslasten der Maschinen bergen das Risiko von Strukturschäden in der Tiefe. Verantwortlich dafür ist die Druckfortpflanzung in die Tiefe. Diese lässt sich mit Massnahmen wie zum Beispiel Doppelbereifung nur sehr beschränkt kompensieren. Schwere Maschinen sind folglich a priori eine zusätzliche Gefahr für die Böden. Dies gilt nicht nur für die Landwirtschaft, sondern speziell auch für Baumaschinen.
 
Mit der Zunahme der Gewichte und Achslasten ist aber auch eine positive technische Entwicklung verbunden: breitere Reifen vermindern den Auflagedruck oder Differenzialgetriebe und Allradantrieb vermeiden Schlupf und damit Bodenzerstörung. Solche Entwicklungen können zu einer geringeren mechanischen Beanspruchung der Böden führen. So verstärkt die Erhöhung der Arbeitsbreiten zwar die mechanischen Beanspruchung in den Fahrgassen, sie vermindert aber gleichzeitig die Gesamtfläche des befahrenen Bodens.



Das durchschnittliche Gewicht des schwersten eingesetzten Traktors auf den Betrieben hat sich 1992-2002 deutlich erhöht.


Die durchschnittliche Achslast der schwersten Maschine auf den Betrieben hat sich 1992-2002 massiv erhöht.

Links:

Verdichtungsempfindlichkeit der Baselbieter Böden:
» www.geo.bl.ch/parzis/automap.jsp
» www.baselland.ch/bericht-1998-1-htm.303109.0.html

Informationen zu den Böden der Region:
» www.geo.bl.ch