Beispiel 2: Erlenmatt
Die Erlenmatt ist ein ca. 18 ha grosses Güterbahnareal, das seit 1912 als Güterumschlags- und Lagerplatz dient. Mit der Reorganisation der betrieblichen Abläufe und dem Neubau des Umschlagbahnhofs wurde das Areal zwischen Riehenring und Erlenstrasse nicht mehr für den Güterumschlag benötigt.
Für die Umnutzung wurde zwischen 1998 und 2003 das Areal in mehreren Schritten auf Belastungen im Untergrund untersucht. Die umfangreichen Bodenuntersuchungen ergaben, dass auf dem Areal keine sanierungspflichtigen Altlasten vorhanden sind. Es wurden jedoch grosse Teile mit Verschmutzungen gefunden, die sowohl lokal begrenzt (so genannte «hot-spots») als auch diffus im gesamten Areal verteilt die Grenzwerte für sauberen Aushub überschreiten. Ursache der Belastungen waren vor allem Schwermetalle (Blei, Kupfer, Zink, Quecksilber etc.) als auch Mineralöle, Schmierfette und Tropföle. Das belastete Aushubmaterial kann nicht ohne vorherige Behandlung bei den geplanten Neubauten wieder verwendet werden und ist deshalb umweltgerecht zu entsorgen.
Bei der geplanten Umwandlung eines Teilareals in einen Park mit Rasen- und Spielflächen wurde nach dem Rückbau der Gleisanlagen der brachliegende Untergrund beprobt. Dabei zeigte sich, dass grosse Bereiche unbelastet sind. Teilbereiche waren jedoch mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) verunreinigt. Der Aushub wurde entsorgt. Dadurch konnte die gesamte zukünftige Parkfläche aus dem Kataster der belasteten Standorte gelöscht werden. 2008 konnten auch im Bereich des zukünftigen Stadtatriums die mit Schwermetallen und PAK belasteten künstlichen Auffüllungen ausgehoben und entsorgt werden.
Auf den offenen Gleisschotterböden haben sich seltene Pflanzenarten angesiedelt, diese werden in ihrem Wurzelbereich abgeschält und auf den geplanten Park- und Naturschutzflächen wieder angesiedelt. |