Störfallvorsorge Verkehrsweg Strasse

Die eidgenössische Störfallverordnung (StFV) gilt nicht nur für Betriebe, die mit gefährlichen Stoffen umgehen, sondern auch für Verkehrswege, auf denen Gefahrgut transportiert wird. Der am stärksten genutzte Nationalstrassenabschnitt mit Gefahrgut liegt auf dem Gebiet der beiden Basel.

 

Sicherheit bei Strassenbauprojekten
Im Kanton Basel-Stadt koordiniert im Auftrag des Tiefbauamts ein Fachexperte den ämterübergreifenden Informationsaustausch über die Planung und Ausführung von Strassenbauprojekten bezüglich Sicherheit. Unter der Leitung dieses Fachexperten beurteilen und begleiten die Mitglieder der Arbeitsgruppe Sicherheit und Betrieb, welche sich aus Mitgliedern der Ereignisdienste, des Amts für Umwelt und Energie, des Tiefbauamts (Nationalstrassen und Unterhalt) und einem Vertreter der Kontrollstelle für Chemie- und Biosicherheit (KCB) zusammensetzt, die Sicherheitsaspekte bei den Strassenbauprojekten.
 
Im Kanton Basel-Landschaft werden zu Fragen der Sicherheit jeweils projektspezifische Arbeitsgruppen zusammengestellt, in denen auch ein Vertreter des Sicherheitsinspektorats nach Bedarf mitarbeitet.

 


Gefahrguttransporte sind ein erhöhtes Risiko für alle Verkehrsteilnehmer


Provisorisch erweiterte Zollanlage
Die provisorisch erweiterte Zollanlage (PEZA) ist eine Nebenanlage der Nationalstrasse (Osttangente) und wird als Stauraum genutzt für den Verzoller- und Transitverkehr. Die PEZA ist auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs der Deutschen Bundesbahn (DB AG) errichtet worden. Die Lastwagen werden von dort dosiert zur Weiterfahrt an die Gemeinschaftszollanlage Basel/Weil am Rhein zugelassen. Im Rahmen des Vollzugs der Störfallverordnung erstellte der Inhaber (Tiefbauamt) im März 2003 einen Kurzbericht, welcher durch die KCB beurteilt wurde. Als Ergebnis der Beurteilung musste der Inhaber zusätzlich zu den vorgesehenen Massnahmen weitere Gewässerschutzmassnahmen realisieren. Es handelte sich dabei um einen Ölabscheider und zwei Rückhaltebecken, welche im Havariefall durch Schiebersysteme in der Entwässerung zugeschaltet werden, so dass das Havariegut nicht in die Kanalisation und in ein Oberflächengewässer gelangen kann. Organisatorische Sicherheitsmassnahmen wurden vom Inhaber im Rahmen eines Betriebskonzepts der Überwachung des Platzes erarbeitet. Im November 2005 wurden die Massnahmen durch die Arbeitsgruppe Sicherheit und Betrieb vor Ort überprüft.

 

Erhaltungsabschnitt Basel Augst
Im Rahmen der Sanierung der Nationalstrassen wird in den Jahren 2006/2007 der Abschnitt der A2 von Basel (Gellertdreieck) bis zur Verzweigung Augst in Stand gestellt. Da dieser Nationalstrassenabschnitt der verkehrsreichste der ganzen Schweiz ist (Fahrzeuge pro Tag), wurde der alte Kurzbericht von 1993 revidiert. Die Beurteilung des neu erstellten Kurzberichts erfolgte gemeinsam durch die beiden Vollzugsstellen Basel-Stadt und Basel-Landschaft zusammen mit Fachexperten. Es wurden Massnahmen bezüglich der Selbst- und Fremdrettung, der Entwässerungssituation und der Verkehrssignalisation vereinbart, wobei das Bundesamt für Strassen (ASTRA) den endgültigen Entscheid über die Massnahmen traf. Für den Abschnitt im Kanton Basel-Landschaft wurde eine Risikoermittlung erstellt, welche die schon beim Kurzbericht festgestellten Risiken vertieft betrachtet hat und die möglichen Massnahmen noch genauer aufzeigt.