Störfallvorsorge Stationäre Chemierisiken

Stationäre Chemierisiken gibt es in den beiden Basel seit Jahrhunderten. In den letzten fünf Jahren hat die Zahl der Risikobetriebe, die der eidgenössischen Störfallverordnung (StFV) unterstellt sind, leicht abgenommen.
 
Ein Teilgebiet der Störfallvorsorge sind die stationären Chemierisiken. Diese Risiken können je nach Art der involvierten Stoffe und deren Verwendung in Anlagen, Gebäuden, Tanklagern oder Lagerplätzen vorhanden sein. Eine solche räumliche Ansammlung von Stoffen unter einer organisatorischen Leitung wird als Betriebseinheit bezeichnet. Eine Firma kann mehrere Betriebseinheiten besitzen.
 
Entwicklung der Anzahl Betriebseinheiten
Die Anzahl der Betriebseinheiten ist nicht konstant, sondern kann durch Ansiedlung neuer Firmen, den technischen Fortschritt oder die Änderung der wirtschaftlichen Ausrichtung einer Firma schwanken. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung in absoluten Zahlen.
 
Anzahl Betriebseinheiten

 
Jahr     Basel-Stadt Basel-Landschaft 
2001 122 191 
2002 117 187 
2003 114 188 
2004 111 196 
2005 109 191 
2006 110 189 
2007 109 185 
2008 106 186 
2009 108 188 
2010 100 189 
 

Im Kanton Basel-Stadt sind seit dem letzten Umweltbericht eine Vielzahl älterer Lagergebäude stillgelegt worden und stattdessen neue Logistik-Firmen mit neuen, technisch gut ausgerüsteten Lagergebäuden entstanden. Zudem wurden in einigen Betriebseinheiten die Verfahren umgestellt oder die Lagerhaltung optimiert, so dass die Menge an Gefahrstoffen reduziert werden konnte, dadurch unter die relevante Mengenschwelle fielen und deshalb nicht mehr als relevante Betriebseinheit geführt werden.
 
Im Kanton Basel-Landschaft ist die Zahl der Betriebseinheiten ziemlich konstant geblieben. Die Anzahl der Betriebe, welche die Gefahrgutmenge reduziert haben, den Betrieb eingestellt haben oder den Standort gewechselt haben, wurde jeweils durch neue Betriebe kompensiert.
 
Beurteilte Gefahren und Risiken
Die Neubeurteilung von Chemieanlagen infolge wesentlicher Änderungen in der Produktion, die Beurteilung der Umnutzung einer Tankanlage für Lösungsmittel zugunsten einer grösseren Produktionsanlage Pharmazeutische Wirkstoffe und die Beurteilung einer Risikoermittlung eines Dünge- und Futtermittellagers im Auhafen bildeten im Kanton Basel-Landschaft Schwerpunkte bei der Gefahren- und Risikobeurteilung.
Bei den Erstbeurteilungen von Betriebseinheiten der vergangenen Jahre im Kanton Basel-Stadt sind besonders die Beurteilungen von industriellen Ammoniakkälteanlagen, die Annahme und Verbrennung von explosiven Sonderabfällen und die Stehtanklager hervorzuheben.
 
Räumliche Verteilung der stationären Chemierisiken
In Kanton Basel-Stadt konzentrieren sich ca. 50% der Betriebseinheiten auf vier Firmen, welche auf drei Werkarealen angesiedelt sind. Im Kanton Basel-Landschaft ist der grösste Teil der Betriebseinheiten im Gebiet Schweizerhalle und in den Gemeinden Muttenz und Pratteln. Analog zu Basel-Stadt verteilen sich ca. 50% der Betriebseinheiten auf sechs Firmen.
 
Die beiden Kantone bieten interessierten Personen die Möglichkeit, weitere Informationen über industrielle Gefahren in Form eines «Gefahrenkatasters» direkt im Internet einzusehen:
 
Links
Kanton Baselland:
» www.geo.bl.ch

Gefahrenkataster Kanton Basel-Stadt:
» www.stadtplan.bs.ch/geoviewer/index.php