Stickstoff-Eintrag

Durch zu hohen Stickstoff-Eintrag werden empfindliche Ökosysteme wie Wälder, Trockenwiesen oder Moore geschädigt. Neben den Stickoxid-Emissionen vom Strassenverkehr, Feuerungen, Industrie und Gewerbe sind vor allem die Ammoniak-Emissionen der Landwirtschaft problematisch.

Stickstoff ist unentbehrlich für das Pflanzenwachstum. Gewisse Pflanzenkulturen haben einen hohen Stickstoffbedarf, der u.a. über die Düngung gedeckt werden kann. Ein erhöhter Stickstoffeintrag schädigt hingegen stickstoffempfindliche Ökosysteme, wie Wälder, Trockenwiesen und Moore.

Stickoxide (NOx) und Ammoniak (NH3) werden durch chemische Prozesse in der Atmosphäre umgewandelt. Es entstehen dabei Nitrat- und Ammonium-Partikel, welche u.a. auch Teil des Feinstaubs (PM10) sind. NOx und NH3 werden von den Pflanzen und dem Boden gasförmig oder durch Partikel aufgenommen. Dies wird als Stickstoff-Eintrag (Deposition) bezeichnet. Die Beurteilung des Ausmasses der Deposition erfolgt anhand von Critical Loads.

Infolge der übermässigen Ammoniak- und Stickoxidemissionen aus Landwirtschaft, Strassenverkehr, Feuerungen sowie Industrie und Gewerbe liegen die Stickstoffeinträge praktisch flächenhaft über der längerfristig verkraftbaren Schwelle («ökologische Belastungsgrenze» = Critical Loads). Der Eintrag von Stickstoffverbindungen muss deshalb weiter reduziert werden.

 

Nahezu das gesamte Waldgebiet in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft weist einen übermässigen Stickstoffeintrag von mehr als 10 kg N/ha/Jahr auf. Die höchsten Überschreitungen des Critical Load für Wald treten in Gebieten mit intensiver Tierhaltung auf. Hier liegen die Werte mit über 20 kg N/ha/Jahr über der kritischen Belastungsgrenze. Dieses Ungleichgewicht an Nährstoffeintrag hat eine Verminderung des Wurzelwachstums zur Folge und begünstigt den Windwurf in den Wäldern.

Auch die Trockenwiesen sind auf rund einem Viertel der Flächen von übermässigen Belastungen betroffen.



Überschreitung der Critical Loads von 10 kg N /ha/ Jahr für Wald

In der obigen Karte sind die Waldgebiete in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft eingefärbt, die einer übermässigen Stickstoffbelastung von über 10 kg N /ha/ Jahr ausgesetzt sind. Praktisch die gesamte Waldfläche der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft weist einen übermässigen Stickstoffeintrag auf. Die Überschreitung des Critical Load von 10 kg N /ha/ Jahr für Wälder liegen im Durchschnitt bei über 5 bis15 kg N /ha/ Jahr (Farbe orange und rot).