Analog der nationalen Entwicklung soll auch die kantonale Umweltpolitik verstärkt in eine Ressourcenpolitik übergeführt werden. Die Anstrengungen zur Erhaltung ausreichender Bodenfläche und gesunder Böden werden fortgesetzt. Der Flächenverbrauch ist vom Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung zu entkoppelt. Siedlungsgebiete sind zu verdichten, Flächen durch Entsiegelung aufzuwerten und Freiflächen zu erhalten.
Trotz hohem Standard im Gewässerschutz, gibt es immer noch Fehleinleitungen, Havarien und Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen. Das Grundwasser ist nach wie vor durch gewerbliche und industrielle Tätigkeiten und Altlasten gefährdet. Deshalb ist die Überwachung der Gewässer auch zukünftig wichtig, um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser zu sichern und die Vitalität der Fliessgewässer zu bewahren.
Die Luft ist immer noch derart belastet, dass zeitweise gesundheitliche und ökologische Schäden hervorgerufen werden können. Handlungsbedarf besteht vor allem bei den Luftschadstoffen Feinstaub, Ozon, Stickoxid und beim Ammoniak, mit dem zu viel Stickstoff in die Umwelt gelangt. Mit dem Luftreinhaltplan 2004 und dessen Aktualisierung 2007 und Erneuerung 2010 wird gezeigt, wie die Ziele der Luftreinhaltung erreicht werden können.
Im Natur- und Landschaftsschutz wird die Marschrichtung beibehalten. Insbesondere die Naturschutzprogramme «Pflege und Unterhalt der kantonalen Naturschutzgebiete», «Ökologischer Ausgleich in der Landwirtschaft» und «Naturschutz im Wald» werden fortgeführt. Neue Bundesaufträge werden in die bestehenden Programme integriert. Dies betrifft besonders die Umsetzung der Inventare der Amphibienlaichgebiete und der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung. Besonders gefährdete Arten werden mit gezielten Schutzprogrammen im Bestand gesichert.
In beiden Kantonen besteht bei den Industrie- und Gewerbeabfällen nach wie vor Handlungsbedarf. Manche Betriebe sind sich zu wenig bewusst, dass sich Recycling der Abfälle gegenüber der Verbrennung in den meisten Fällen bezahlt macht. Sie werden darum vermehrt auf zeitgemässes Abfallmanagement aufmerksam gemacht. Bioabfälle aus der Gastronomie und der Lebensmittelbranche werden möglichst flächendeckend erfasst und Vergärungsanlagen zugeführt, wo sie energetisch genutzt werden.
Die Einführung einer neuen EU-kompatiblen Chemikaliengesetzgebung, welche mehr als bisher auf die Eigenverantwortung der Hersteller und Importeure baut, stellt uns vor die Herausforderung, das bisher hohe Niveau im Umwelt- und Gesundheitsschutz unter dem neuen Recht zu sichern.
Die Produktion erneuerbarer Energien verzeichnet zwar Zuwachsraten. Ihr Beitrag zum Gesamtenergieverbrauch ist aber immer noch gering. Von einer klimastabilen, globalisierungsfähigen Lebens- und Wirtschaftsweise sind wir weit entfernt. Leitmotiv der Energie- und Klimapolitik ist die Vision der 2000-Watt-Gesellschaft. Die Reduktion des Energieverbrauchs auf 2000 Watt pro Person ist möglich, wenn der Verbrauch durch Verhaltensänderungen reduziert, die Energieeffizienz gesteigert und der verbleibende Bedarf aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird. |