Schiessanlagen

Wo geschossen wird, ist nicht nur Pulverdampf, sondern auch viel Blei. Dieses Schwermetall reichert sich im Boden an und kann Mensch und Umwelt gefährden. Schiessanlagen stellen punktuelle Bodenbelastungen dar. Nachdem die 300-Meter Anlagen und die Pistolenstände seit Ende der 90-er Jahre umweltgerechter betrieben werden, galt das Augenmerk der Jagd- und Tontaubenanlage Edleten in der Region. Seit kurzem erfolgt auch hier der Betrieb umweltgerechter.

 

Schiessanlagen bringen viel Blei in die Umwelt
Blei sowie – in wesentlich geringeren Spuren – Antimon, Arsen und noch weitere Schwermetalle und organische Schadstoffe sind die unverkennbaren Rückstände aus dem Schiessbetrieb im Boden. Dies ist sowohl den militärischen Schiessanlagen als auch den Jagd- und Tontaubenanlagen gemeinsam. Zwar ist die Menge an Blei, die beim Schiessen in die Umwelt gelangt gross, die betroffene Fläche ist jedoch sehr klein. Das Problem lässt sich somit lokalisieren und beherrschen. Trotzdem sind Vorsichtsmassnahmen nötig.
 
Die Gehalte an Blei in den Geschossen können sehr unterschiedlich sein:

 
Schrotpatrone 24 – 32 g Blei 
alte Gewehrpatrone GP11 8.4 g Blei 
neue Gewehrpatrone Gw Pat 90   3.0 g Blei 
 

 
Massnahmen bei Schiessanlagen seit Ende der 90-er Jahre
Bis Ende der 90-er Jahre galt das Augenmerk den 300-Meter Schiessanlagen sowie den oft am gleichen Standort stehenden Pistolenständen. Für die nach wie vor betriebenen Anlagen gelten bestimmte Umweltmassnahmen wie vorgeschriebene Einzäunung oder ein Nutzungsverbot im Kugelfangbereich. Eine wichtige Umweltmassnahme ist die Installation künstlicher Kugelfangsysteme. Diese fangen die Geschosse auf und das Blei kann recycliert werden. Der Baselbieter Landrat hat Ende 2008 rund 1,7 Mio. Franken bewilligt zur finanziellen Unterstützung der Gemeinden bei der Beschaffung und Installation künstlicher Kugelfänge. Dabei werden Kugelfänge teilweise auch saniert nach dem Altlastenrecht.
Per Ende 2009 waren rund 90% der Schiessanlagen im Baselbiet mit künstlichen Kugelfägen ausgerüstet. Die Kostan dafür beliefen sich auf knapp 1 Mio. Franken. Dies ist weniger als ursprünglich veranschlagt, da viele Scheiben nicht umgerüstet, sondern stillgelegt wurden.

 


Künstlicher Kugelfang der Schiessanlage Buus


Stillgelegte Kugelfänge werden als belastete Standorte nach Altlastenrecht ausgeschieden. Zu einem späteren Zeitpunkt wird über den Überwachungs- und Sanierungsbedarf entschieden. Dabei entscheidet die Umweltrelevanz einer Anlage über die Dringlichkeit von Massnahmen.

 
Jagd- und Tontaubenschiessanlage Edleten in Lausen
Die Region verfügt über eine Tontaubenschiessanlage in Allschwil und über die Jagd- und Tontaubenschiessanlage Edleten in Lausen. Die Anlage in Allschwil befindet sich in einem möglichen Umbruch im Zusammenhang mit der Diskussion um die Zukunft der unmittelbar benachbarten Schiessanlage Allschwiler Weiher.
 
Die Jagd- und Tontaubenschiessanlage Edleten besteht seit rund 50 Jahren. Sie dient vor allem der Ausbildung und dem Training der Jägerschaft. Auch wird dort die Jagdprüfung durch den Kanton abgenommen. Jährlich werden rund 450 Kilogramm Blei verschossen.

 


Kipp-Reh- und Kipp-Fuchsanlage Edleten


Umweltmassnahmen realisiert


Bei der Jagd- und Tontaubenschiessanlage Edleten sind eine Reihe von Umweltmassnahmen realisiert worden. Sie stellen sicher, dass die Anlage umweltgerechter weiter betrieben werden kann. Die Tontaubenanlage wird stillgelegt. Neu sind mehrere künstliche Kugelfänge installiert worden und die Kugelfänge wurden umzäunt. Schliesslich wurde die bisherige Bewirtschaftung der Bodenbelastung angepasst.

 

Links:
 
Installation künstlicher Kugelfangsysteme: Infos und Merkblätter:

» www.baselland.ch/publikationen-htm.302894.0.html

» www.baselland.ch/fileadmin/baselland/files/docs/bud/aue/altlasten/pdf/merkblatt_installation-kkf.pdf
 
» www.baselland.ch/fileadmin/baselland/files/docs/bud/aue/altlasten/pdf/formular_einrichtung-umruestung-kkf.pdf
 
» www.baselland.ch/fileadmin/baselland/files/docs/bud/aue/altlasten/pdf/gesuch_beitrag-installation-kkf.pdf