Schadstoffe in Waldböden

Waldböden nehmen in der Region über 40% der Fläche ein. Sie speichern Wasser, filtern es und sorgen so für sauberes Grundwasser. Im Gegensatz zu den Landwirtschaftsböden kennen wir sie aber kaum. Waldböden sind ebenfalls gefährdet. Sie können Senke für Schwermetalle und organische Schadstoffe, aber auch für Stickstoff aus belasteter Luft sein. Diese Beeinflussungen sind nachweisbar und stellen langfristig eine potenzielle Gefahr für die Waldböden dar.
 
Den Waldböden auf der Spur
Seit 1998 sind die Landwirtschaftsböden der Region ausführlich in Form von Bodenkarten dokumentiert. Für die Waldböden liegt bisher keine vergleichbare Information über ihre Eigenschaften, Empfindlichkeiten und Schutzbedürftigkeit vor. Derzeit werden deshalb alle verfügbaren Informationen über Waldböden gesammelt, systematisiert und ausgewertet. Bisher sind die Informationen zu rund 400 Waldböden in der Region erfasst worden. Ziel ist es, in der nächsten Zeit die wichtigsten Eigenschaften der Waldböden in Kartenform darstellen zu können. Dies wird eine der Grundlagen für den künftig noch schonenderen Umgang mit der Ressource Waldboden sein
Die Ergebnisse werden Mitte 2010 bereitstehen und im geografischen Informationssystem des Kantons abrufbar sein. Bereits heute abrufbar sind detaillierte Informationen zu 40 ausgewählten Waldböden.

 


Waldböden sind faszinierend.

Weniger Bleieintrag in die Waldböden
Blei war über Jahrzehnte das Leitmetall für Immissionen aus dem motorisierten Verkehr. Diese Spuren sind in allen Böden nachweisbar. Mit der Einführung des Katalysators ab Mitte der 80-er Jahre des letzten Jahrhunderts ging der Verbrauch an verbleitem Benzin rasch zurück. Wir konnten 2003 in einer Untersuchung der Schwermetalle in 19 Waldböden der Region die Abnahme des Bleigehalts im Buchenlaub um fast 75% im Zeitraum 1984-1999 nachweisen. Für diese Untersuchung wurden archivierte Laub- und Bodenproben verwendet. Sie stammten einerseits aus dem Archiv der langfristigen Waldschadensuntersuchung, welche das Institut für angewandte Pflanzenbiologie aus Schönenbuch seit 1984 im Auftrag der Nordwestschweizer Forstämter durchführt. Andererseits stammten sie aus der Pedothek (Bodenprobenarchiv) des Amts für Umweltschutz und Energie in Liestal.



Der Eintrag von Blei in die Waldböden über Buchenlaub hat 1984-1999 massiv abgenommen.

Einmal in den Boden eingebrachtes Blei verbleibt aber dort. Es wird nicht abgebaut, sondern verlagert sich allenfalls in tiefere Bodenschichten. Diese Verlagerung vom Ober- in den Unterboden konnte ebenfalls nachgewiesen werden. Sie war allerdings noch nicht sehr stark ausgeprägt. Damit ist zumindest vorerst nicht grossflächig mit einer relevanten schleichenden Auswaschung von Schwermetallen in das Grundwasser zu rechnen. Allerdings zeigten die bisherigen Erkenntnisse zu den Waldböden der Region auch, dass der pH-Wert im Boden oft im saueren Bereich liegt. Juraböden sind folglich längst nicht immer gut gepuffert. Übermässiger Eintrag von Schadstoffen und von Nährstoffen in die Waldböden kann sich deshalb im Ökosystem negativ auswirken.
 
Cadmium als Sonderfall
Viele Waldböden der Region weisen einen deutlich erhöhten Gehalt am Schwermetall Cadmium auf. Diese Belastung wird natürlicherweise durch bestimmte Kalkgesteine verursacht. Im Verlaufe von Jahrtausenden verwittert das cadmiumhaltige Gestein zu Lehm. Dieser ist das Ausgangsmaterial für die anschliessende Bodenbildung. Das Cadmium bleibt im Boden angereichert. Auf diese Weise wird der gesetzliche Richtwert und teilweise auch der Prüfwert in vielen Waldböden überschritten. Diese Anreicherung ist ein potenzielles Risiko. Sinkt der pH-Wert im Waldboden, kann des Cadmium mobil und dadurch für Pflanzen verfügbar werden. Ebenso ist eine langsame Auswaschung in des Grundwasser denkbar.
 
Spezielle Probleme stellen sich, wenn das Cadmium in landwirtschaftlich genutzten Böden übermässig auftritt. Dann sind spezielle Massnahmen, zum Beispiel Empfehlungen zum Anbau nötig, um eine gute Qualität von Nahrungs- und Futtermitteln sicher zu stellen.
 
Nur geringe Spuren organischer Schadstoffe
Im Gegensatz zu den Siedlungsböden sind die Waldböden erfreulicherweise kaum mit organischen Schadstoffe wie Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet. Die gemessene Belastung erreicht durchschnittlich knapp den halben Richtwert für gesunde Böden. Ebenso finden sich kaum Spuren der Polychlorierten Biphenyle (PCB).
 
Links:

Schwermetalle in Waldböden und Laub 1984-1996:
» www.baselland.ch/berichte-htm.289627.0.html

Waldböden BL und BS: Projektinformationen
» www.phygeo.uni-hannover.de/forschung/waldboden.html