Rückbau und Abfalltrennung zur Schonung der Ressourcen

In Gebäuden sind grosse Mengen unterschiedlichster Materialien enthalten. Sie werden deshalb heute vermehrt auch als eine Art «Rohstoff-Zwischenlager» betrachtet. Neben der eigentlichen Bausubstanz (z.B. Beton) geht es vor allem um Metalle – wie etwa Kupfer. Bei Abbrüchen kommt deshalb der separaten Erfassung und Verwertung dieser Materialien hohe Bedeutung zu. Dies wird am besten durch einen geordneten Rückbau der Gebäude erreicht. Eine weitere Möglichkeit ist das Mehrmuldenkonzept der Baumeisterverbände, das vor allem bei Umbauten angewendet wird.

 

In den letzten Jahren hat sich in der Baselstädtischen Bauwirtschaft der Trend zum geordneten Rückbau konsequent durchgesetzt, nicht zuletzt durch die Kontrolle von Abbruchobjekten durch die Behörden (für Gebäudeabbrüche ist in Basel-Stadt eine Baubewilligung nötig). Geordneter Rückbau bedeutet: Demontage von Bauwerken in der umgekehrten Reihenfolge ihrer Erstellung. Dabei werden verwertbare Teile wie Fenster, Türen, Kabel, Heizungsradiatoren, und Metallrohrleitungen aber auch problematische Bauabfälle wie Asbest, PCB-haltige Fugendichtungsmassen, Leuchtstoffröhren vor dem Abbruch entfernt und korrekt entsorgt bzw. dem Recycling zugeführt. Von einem gut geplanten Rückbau profitiert auch die Basler Bauteilbörse. Sie erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei Lieferanten/innen und Abnehmern der Sekundärbauteile. Auch bei Projekten aus Industrie und Gewerbe werden inzwischen Bauteile (z.B. ganze Büroeinrichtungen) an die Bauteilbörse abgegeben und finden auf diesem Weg einen neuen Nutzer.



Ablauf Rückbau

Auch die Bausubstanz selbst (Beton, Backsteine, Ziegel etc.) wird verstärkt zur Herstellung von Recyclingbaustoffen genutzt. Dies ist vor allem deshalb möglich, weil durch den geordneten Rückbau die Bausubstanz weitgehend ohne Fremdstoffe gewonnen und ohne aufwändige Vorbehandlung direkt an einen Baustoff-Recyclingbetrieb geliefert werden kann.

 


Altmetall


Kalksandsteine


Kunststoffe


entkerntes Gebäude

Der Kanton Basel-Landschaft kennt keine generelle Bewilligungspflicht für Abbrüche. Auflagen können daher nur im Rahmen von Baubewilligungen für Um- oder Neubauten gemacht werden. In vielen Fällen erfolgen die Abbrucharbeiten deshalb noch nicht im Sinne eines geordneten Rückbaus.
 
Handlungsbedarf besteht noch bei den Einsatzmöglichkeiten der Recyclingbaustoffe bzw. ihrer Akzeptanz. Dies hängt nicht zuletzt mit der nicht genügend definierten chemischen Qualität dieser Stoffe zusammen.
 
Um den im Bausektor tätigen Firmen (und auch anderen Industrie- und Gewerbebetrieben) die Suche nach einem geeigneten Verwertungs- oder Entsorgungsbetrieb zu erleichtern, wurde das Entsorgungsverzeichnis der beiden Basler Umweltämter im Internet unter www.entsorgungsverzeichnis.ch komplett überarbeitet und aktualisiert. Es ist inzwischen auch an die schweizweite Lösung www.abfall.ch angebunden.

 

Links:
AUE-BS-Homepage, Thema Bauabfälle/Rückbau:
» www.aue.bs.ch/fachbereiche/abfaelle/ba-rueckbau.htm

ARV, Thema Bauabfälle/Rückbau:
» www.arv.ch/pages/frame.html
 
Entsorgungsverzeichnis Nordwestschweiz:
» www.entsorgungsverzeichnis.ch
 
Abfahl.ch - Alle Informationen zum Thema Abfall und Recycling:
» www.abfall.ch