Projekt BS: Mehrweg ist Mehrwert

Der gegenwärtige Trend zum vermehrten Einsatz von Einweg- und Wegwerfverpackungen im Getränke- und Nahrungsmittelsektor läuft allen Bemühungen im Gebiet der Abfallvermeidung und Ressourcenschonung zuwider. Mit der Verwendung nur kurzfristig eingesetzter Produkte ist nämlich auch der übermässige Verschleiss endlicher natürlicher Ressourcen untrennbar verbunden.

 

Gerade bei öffentlichen Veranstaltungen wird oft eine gedankenlose Einweg- und Wegwerfkultur vorgelebt, die alle Bestrebungen zu einer nachhaltigen Entwicklung unterläuft und auch nichts zur Verbesserung der Lebensqualität in unserer Freizeit beiträgt. Deshalb und weil auf diese Weise gesellschaftliche Normen geprägt werden, die auf das private Verhalten Einfluss haben, hat das Amt für Umwelt und Energie BS das Projekt «Mehrweg ist Mehrwert» ins Leben gerufen. Es zielt darauf ab, bei öffentlichen Veranstaltungen nur noch bepfandete Mehrwegsysteme einzusetzen.

 


Wegwerfkultur


Saubere Veranstaltung als Vorbild


Mittlerweile hat sich dieses schwierige Projekt zu einem richtigen Renner entwickelt. In Basel wurden Veranstaltungen wie Klosterbergfest, Bundesfeier, Kulturfloss, Slow up oder Sportnacht auf Mehrweg umgestellt. Als permanente Einrichtung gibt zudem der Zoo Basel die Getränke in Mehrwegbechern ab. In zunehmendem Masse übernehmen auch andere Kantone und Städte das Basler Modell. Bekannte Grossanlässe wie das Greenfieldfestival, das Gurtenfestival, das Paleo Nyon, das Open Air St. Gallen, das Truckerfestival, die LUGA, die RhEMA, sowie die Stadien Letzigrund oder Post Finance Arena werden mit Mehrwegsystemen durchgeführt. Auch die Swiss Olympic Association empfiehlt den Sportverbänden, beim Catering künftig Mehrweglösungen einzusetzen. In der Stadt Bern ist zudem per Volksabstimmung ein Gesetz angenommen worden, das bei Veranstaltungen auf öffentlichem Grund die Anwendung von Mehrwegsystemen zwingend vorschreibt.
 
Um die Umstellung zu erleichtern, stellt Basel-Stadt Event-Veranstaltern einen Pool von 150'000 Mehrweg-Künstlerbechern zur Verfügung, für deren Benutzung nur die Reinigung bezahlt werden muss. An diesem Pool beteiligen sich mittlerweile auch die Städte Biel, Bern, Luzern, der Kanton Solothurn sowie die Zürcher und die Zuger Gemeinden. Das BAFU hat das Patronat für diese Aktion übernommen. Die Becher wurden vom bekannten Künstler Christoph Gloor entworfen und werben in den Händen des Publikums für vorbildliche, saubere Anlässe ohne Abfallhalden. Gleichzeitig verzeichnet der Mehrwegbecher grosse Beliebt-heit beim Publikum. Eine repräsentative Umfrage ergab, dass 87% der Befragten bepfandete Mehrwegbecher als Massnahme gegen das Abfallaufkommen begrüssen.

Basel hat mit den Städten Bern, Luzern, Zürich, dem Kanton Solothurn und den Zuger Gemeinden ZEBA, dem Städteverband, dem BAFU in enger Partnerschaft mit Swiss Olympic die «Plattform saubere Veranstaltugen» gebildet. Sie hilft mit Informationen, Planungsinstrumenten und Beratung den Veranstaltern, die Realisation einer sauberen Veranstaltung so einfach wie möglich zu machen (www.saubere-veranstaltung.ch).

 


Künstlerbecher


Obwohl sich das Projekt «Mehrweg ist Mehrwert» schon fast zum Selbstläufer entwickelt hat, gilt es zu seiner Festigung in den nächsten Jahren noch einige massgebende Inputs zu leisten:

 
Die Sportstadien der Stadt Basel (und möglichst auch der übrigen Schweiz) sollen ihr Catering auf Mehrweg umstellen. Dies auch unter dem Aspekt, dass das Projekt ursprünglich für Sportstätten entwickelt wurde und u.a. im Rahmen der Aktion «Green Goal» auch an der Fussball WM 06 in Deutschland oder an der EURO 08 zur erfolgreichen Anwendung gelangte.