Problematische Bauabfälle – immer noch aktuell

Drei Problemstoffe auf Baustellen bereiten nach wie vor Probleme:
- PCB (polychlorierte Biphenyle)
- PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)
- Asbest
Für diese Schadstoffe hat das BAFU Empfehlungen erlassen, mit dem Ziel, diese aus dem Stoffkreislauf zu entfernen und umweltgerecht zu entsorgen. Die Empfehlungen gilt es in den beiden Basler Kantonen konsequent umzusetzen.

 

PCB wurden bis Mitte der siebziger Jahre als Weichmacher in Fugendichtungsmassen verwendet, die heute bei Bauabbrüchen und Umbauten zur Entsorgung anfallen. Dieser Stoff kann einerseits über die Raumluft die Nutzer der Gebäude belasten, andererseits aber auch beim Abbruch die Handwerker gefährden und schliesslich in der Umwelt Schäden verursachen. Es ist daher wichtig, dass bei Umbauten oder Abbrüchen rechtzeitig überprüft wird, ob PCB-haltiges Fugenmaterial vorhanden ist, welches unter speziellen Vorkehrungen entfernt und behandelt werden muss. Weitere Anwendungen, für die das zutrifft, sind PCB-haltige Fassadenfarben bzw. Anstriche sowie Fliesenkleber.  

Siehe auch:
«Umweltgefährdende Stoffe > Eliminierung verbotener Stoffe > PCB».

 


Entfernung von PCB-Fugenmaterial


Strassenbeläge sowie Strassenkoffer sind häufig mit PAK’s belastet, welche bei unsachgemässer Verarbeitung Mensch und Umwelt gefährden können. Deshalb ist es wichtig, dass diese Belastungen rechtzeitig erkannt und korrekt behandelt werden. Je nach Ausmass der Belastung ist zwar eine Weiterverwendung möglich, doch müssen dabei arbeits- und lufthygienische Auflagen beachtet werden.
 
Die belasteten Materialien dürfen nicht einfach auf eine Deponie abgeführt oder verwertet werden. Stattdessen müssen sie vorgängig auf ihren Schadstoffgehalt untersucht werden, damit sie umweltgerecht verwertet oder entsorgt werden können. Dies ist für den jeweiligen Unternehmer oder Bauherrn mit einem gewissen Mehraufwand verbunden. Um den Aufwand möglichst gering zu halten, wurde eine detaillierte Handlungsanweisung für Projektleiter und Unternehmer erarbeitet. Zudem haben die beiden AUE’s zusammen mit der Branche ein Merkblatt veröffentlicht, welches das Vorgehen bei der Entsorgung bzw. Verwertung PAK-haltiger Strassenbeläge beschreibt.
 
Nach wie vor ein Problem stellen asbesthaltige Bauabfälle dar. Noch immer werden nicht alle asbesthaltigen Materialien rechtzeigit erkannt, separat erfasst und korrekt entsorgt. Häufig handelt es sich um Materialien, die nicht ohne weiteres als asbesthaltig zu erkennen sind, wie Fensterbrett-Untersichten aus Asbestkarton, asbesthaltiger Fensterkitt oder PVC-Bodenbeläge mit eingebundenen Asbestfasern. Auf diesem Gebiet muss die Beratungs- und Aufklärungstätigkeit der Behörden verbunden mit Kontrollen vor Ort noch intensiviert werden. Relativ gut erfasst («Asbestkataster») und teilweise auch bereits saniert sind dagegen die Anwendungen von Spritzasbest in öffentlichen Gebäuden und in Gewerbe- oder Industriebauten. 

Siehe auch:
«Umweltgefährdende Stoffe > Eliminierung verbotener Stoffe > Asbest».
 
Ausblick
Aufgrund der bilateralen Verträge mit der EU sind vermehrt ausländische Firmen in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft tätig. Sie stammen zum Teil aus Staaten, in denen der Umweltstandard der Bauwirtschaft nicht gleich hoch ist. Deshalb sind zusätzliche Anstrengungen der Behörden notwendig, um das Niveau zu halten und Wettbewerbsverzerrungen zu ungunsten von Schweizer Baufirmen zu vermeiden. Eine Verbesserung dürfte die im Rahmen der TVA-Revision vorgesehene Abklärungspflicht für derartige Materialien bringen, welche von der Bauherrschaft eine rechtzeitige und fachkundige Bestandesaufnahme verlangt. 

 

Links:
AUE-BS-Homepage, Thema problematische Bauabfälle:
» www.aue.bs.ch/fachbereiche/abfaelle/ba-arten.htm
 
Entsorgungsverzeichnis Nordwestschweiz:
» www.entsorgungsverzeichnis.ch
 
ARV, Thema problematische Bauabfälle:
» www.arv.ch/pages/frame.htm