Polychlorierte Biphenyle, abgekürzt PCB, sind künstlich hergestellte Verbindungen, welche von den 1950er-Jahren bis Mitte der 1980er-Jahre weltweit in grossen Mengen produziert wurden. Eingesetzt wurden diese Stoffe u.a. in Fugendichtungsmassen und in gewissen Bauteilen (z.B. Kondensatoren) von elektrischen Geräten und Anlagen.
PCB galten anfänglich als unbedenklich und wurden wegen ihrer guten technischen Eigenschaften und ihrer Unbrennbarkeit in zahlreichen Produkten eingesetzt. Erst die jahrzehntelange Verwendung dieser Stoffe zeigte, dass PCB äussert problematisch sind, da sie in der Umwelt sehr stabil sind, sich über die Nahrung im Fettgewebe von Mensch und Tier anreichern und langfristig verschiedene Giftwirkungen aufweisen. Unter anderem können PCB auch die Fruchtbarkeit gefährden. Bei Bränden können sich zudem aus PCB hochgiftige Dioxine bilden.
Die Verwendung von PCB in offenen Anwendungen (wie Fugendichtungen) ist in der Schweiz seit 1972 verboten. In geschlossenen Anwendungen (wie Kondensatoren) wurde der Einsatz von PCB 1986 untersagt. Obwohl diese Stoffe schon lange nicht mehr eingesetzt werden, finden sich PCB aber immer noch in der Umwelt und besonders auch im Blut und Fettgewebe von Mensch und Tier. Zudem enthalten früher verbaute Fugendichtungsmassen und ältere Elektroanlagen immer noch PCB.
PCB-haltige Fugendichtungsmassen
In Fugendichtungsmassen wurden PCB zwischen 1955 und etwa 1975 eingesetzt. Sie finden sich vor allem in grossen Betonbauten aus dieser Zeit.
Heute sind viele dieser Gebäude sanierungsbedürftig. Bis vor kurzem – und zum Teil heute noch – wurden bei Fassadensanierungen PCB-haltige Fugendichtungen ohne die notwendigen Vorsichtsmassnahmen entfernt, so dass die PCB sowohl die Handwerker wie auch die Umwelt gefährden konnten. |