Naturschutz in der Landwirtschaft: Das Programm «Ökologischer Ausgleich»

Mit dem Begriff «ökologischer Ausgleich» bezeichnen wir das Ziel, dort neue Naturflächen anzulegen, wo es zum Überleben der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt heute zu wenige hat. Bestehende Naturobjekte werden dabei erhalten, aufgewertet, ergänzt und untereinander verbunden. So entsteht ein Netz unterschiedlichster Lebensräume, in dem sich Tiere und Pflanzen ungehindert aufhalten und verbreiten können.

 


Ökologisch wertvolle Lebensräume, wie diese Blumenwiese mit hochstämmigen Obstbäumen, werden erhalten und wo nötig aufgewertet.


Besonders wichtig ist die so genannte Biotop-Vernetzung, also die möglichst lückenlose räumliche Verbindung zwischen grösseren Wertflächen. Vor allem Hecken, Ufergehölze und Buntbrachen eignen sich als ideale «Wanderbrücken» und Verbreitungsachsen.

Blumenwiesen, Hecken, Obstgärten und Buntbrachen: All dies entsteht nicht von alleine: Es sind besondere Formen der landwirtschaftlichen Nutzung. Nutzungsformen, die in den letzten Jahrzehnten vor dem Hintergrund der Rationalisierung und Intensivierung in der Landwirtschaft selten geworden sind.

 

Heute weiss man um den besonderen Wert einer ökologisch reichhaltigen Landschaft als Fundament für unsere Natur, für unsere heimischen Tiere und Pflanzen. Deshalb betreibt der Kanton Basel-Landschaft schon seit 1989 sein Naturschutzprogramm «Ökologischer Ausgleich: Landwirte erhalten auf vertraglicher Basis eine Abgeltung, wenn sie aus Naturschutzgründen Magerwiesen bewirtschaften, Hecken pflanzen und Pflegen, Obstgärten unterhalten oder Buntbrachen anlegen.

Das Programm «Ökologischer Ausgleich in der Landwirtschaft» ist auf Erfolgkurs: Rund 80% aller Baselbieter LandwirtInnen beteiligen sich inzwischen daran – und all dies auf freiwilliger Basis. Bereits stehen rund 8% der landwirtschaftlichen Nutzfläche unter «Naturschutzvertrag». Ziel sind 12–15% – je nach Region. Der Kanton beabsichtigt, sich diesem Ziel schrittweise zu nähern. Auch weil der Bund sich mit rund 80% an den Gesamtkosten beteiligt, scheint dieses Ziel in den nächsten 5–10 Jahren realistisch. Auch hier steht und fällt der Erfolg allerdings mit der Bereitstellung der finanziellen Mittel.



Entwicklung ökologische Ausgleichsflächen in der Landwirtschaft seit 1989