Wald bedeckt über 40 Prozent unseres Kantons. Wald ist aber nicht gleich Wald: Vielfältige Funktionen prägen sein Gesicht, und das Zusammenspiel der naturräumlichen Standorteigenschaften mit der Jahrhunderte langen Holznutzung liess im Baselbiet ein reiches Mosaik ökologisch höchst wertvoller Waldstandorte entstehen. Allein der Laubholzanteil sucht schweizweit seinesgleichen, und viele besondere Waldgesellschaften sind – Europa-weit betrachtet, einzigartig.
Die naturschützerisch besonders wertvollen Waldgebiete sind bekannt und dokumentiert. Seit 1998 betreibt der Kanton sein Naturschutzprogramm Wald: Zusammen mit den Waldeigentümern und den Forstdiensten werden Schutzkonzepte entwickelt mit dem Ziel, die besonderen Naturwerte in diesen Waldungen zu erhalten und zu fördern. Das heisst keineswegs nicht immer Verzicht auf Holznutzung. Im Gegenteil ist es oft gerade die spezielle Nutzungsform, die den Naturschutzwert mit ausmacht. So beherbergt etwa die auf natürlichen Buchanstandorten betriebene Eichenwirtschaft eine Vielzahl heute selten gewordener Vogelarten, und zum Schutz der wärmebedürftigen Reptilien bedarf es periodischer Auslichtungen im ansonsten zu schattigen Wald. Wo es die Verhältnisse erlauben, werden Waldflächen als Totalreservate aber auch ganz sich selbst überlassen. |