Massnahmen im Bereich Landwirtschaft

In der Landwirtschaft sollen mit der Massnahme «Reduktion der landwirtschaftlichen Ammoniak-Emissionen» die lufthygienischen Synergien bei den eingeleiteten Ökologisierungsmassnamen verstärkt werden.
 
Im Rahmen der bestehenden agrarpolitischen Zielsetzungen und Förderprogramme sollen die Reduktionspotentiale bezüglich der Emissionen von Luftschadstoffen (vor allem Ammoniak) durch technische und betriebliche Massnahmen ausgeschöpft werden. Im Vordergrund steht die finanzielle Förderung von emissionsarmen Gülleausbringtechniken durch den Kanton. Zusätzlich sind weitere Anstrengungen in der Aus- und Weiterbildung, Beratung und Information bei den Verursachern zu unternehmen. Gleichzeitig sollen Anstrengungen des Bundes zur Ökologisierung der Landwirtschaft, durch Vorgaben bei der Direktzahlung unterstützt werden.

 


Traktor mit Schleppschlauchsystem: Die emissionsarme Gülleausbringung mittels Schleppschlauchsystem reduziert die Mengen von Ammoniak die in die Atmosphäre entweichen. Gleichzeitig erzielt man mit dieser Ausbringungstechnik auch, dass der eingesetzte Stickstoff von den Kulturen effizienter genutzt wird.


Projekt Obstbaumschnitt

Ein weiteres Problem ist die offene Verbrennung von Schlagabraum und Grünmaterial. Die Verbrennung von Schlagabraum und Grünmaterial ist für rund 7% der gesamten Feinstaub-Emissionen in der Schweiz verantwortlich. Schlagabraum und Grünabfälle sollen deshalb einer energetischen Nutzung zugeführt werden. Das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain führt zusammen mit dem Baselbieter Obstverband ein Pilotprojekt durch, um praktische Lösungen zu entwickeln. Zu diesem Zweck wird in einigen Gemeinden das Baumschnittholz gesammelt und anschliessend von einem Abnehmer gehäckselt und der energetischen Nutzung zugeführt.

Im Winter 2009/2010 beteiligten sich bereits 13 Gemeinden am Versuch. Insgesamt konnten rund 1'500 m3 Schnitzel als wertvoller und CO2 neutraler Brennstoff gewonnen werden. Dies entspricht dem Energieinhalt von rund 120'000 Litern Heizöl bzw. dem Heizbedarf von 60 Einfamilienhäusern.

Aufgrund der sehr erfolgreichen Umsetzung ist geplant, weitere Gemeinden für das Projekt zu gewinnen. Die fast durchwegs positiven Erfahrungsberichte der Teilnehmer des Pilotprojektes werden hoffentlich dazu beitragen, dass sich möglichst viele Gemeinden dem Projekt anschliessen werden und künftig das Verbrennen von Baumschnitt im Freien im ganzen Kanton nur noch in begründeten Fällen praktiziert wird.