Kronenverlichtung

Analog zur UN/ECE gelten bei uns Bäume als geschädigt, wenn sie eine Kronenverlichtung (Blatt / Nadelverlust) von mehr als 25% aufweisen. Ab diesem Wert, das haben die bisherigen Untersuchungen gezeigt, muss bei Bäumen eine signifikante Einbusse des Dicken- und Längenwachstums festgestellt werden.
 
In den Walddauerbeobachtungsflächen in beiden Basel weisen im Mittel über die letzten 19 Jahre rund 16% der Buchen eine Kronenverlichtung von >25% auf. Vor allem in den achtziger Jahren konnte eine erhöhte Kronenverlichtung bei dieser Baumart festgestellt werden. Eine wesentlich grössere Kronenverlichtung zeigen die Eichen (Stiel- und Traubeneichen). Über die letzten zwei Jahrzehnte wiesen im Mittel 38% der Eichen eine Kronenverlichtung von mehr als 28% auf. Das Ausmass der Kronenverlichtung ist vergleichbar mit demjenigen der übrigen IAP-Beobachtungsflächen in anderen Regionen der Schweiz. Bei beiden Baumarten lässt sich über die ganze Beobachtungszeit kein Trend der Zu- oder Abnahme der Kronenverlichtung feststellen.

 

Die Beobachtung der Kronenverlichtung liefert mit relativ wenig Aufwand einen Überblick über den Gesundheitszustand. Die aufwendige Messung des Triebwachstums zeigt genau, wie es einem Baum geht. Der aus der Baumforschung bekannte, normale Wachstumswert, der altersabhängig und baumartenspezifisch ist, wurde im Laufe der letzten 20 Jahre in der Nordwestschweiz nur zweimal erreicht. Das bedrückende an dieser Kurve ist, dass der Wald heute offenbar bei kleinsten Stresssituationen im folgenden Jahr sofort mit einer deutlichen Wachstumsabnahme reagiert. Beispielhaft dafür ist die Reaktion der Buchen auf den etwas Trockenheit im Sommer 2003.
 
Nach der Literatur fruktifiziert die Buche im Tiefland alle 7 bis 12 Jahre. Verfolgt man die Entwicklung der letzten Jahre, so stellt man fest, dass in der Nordwestschweiz alle 3 Jahre ein mittlerer bis starker Fruchtbehang stattgefunden hat. Jede Fruktifikation ist für den Baum mit einem erheblichen Energieverschleiss verbunden. Diese Energie fehlt ihm bei der Erhaltung seiner Vitalität. Auffallend ist, dass jene Bäume eine erhöhte Fruktifikation zeigen, welche im Laub einen erhöhten Stickstoffgehalt aufweisen.



Entwicklung der Kronen-
verlichtung von Buchen in den Walddauerbeobachtungsflächen:
Basel-Landschaft und Basel-Stadt

Links:
Institut für angewandte Pflanzenbiologie (IAP):
» www.iap.ch