Die Beobachtung der Kronenverlichtung liefert mit relativ wenig Aufwand einen Überblick über den Gesundheitszustand. Die aufwendige Messung des Triebwachstums zeigt genau, wie es einem Baum geht. Der aus der Baumforschung bekannte, normale Wachstumswert, der altersabhängig und baumartenspezifisch ist, wurde im Laufe der letzten 20 Jahre in der Nordwestschweiz nur zweimal erreicht. Das bedrückende an dieser Kurve ist, dass der Wald heute offenbar bei kleinsten Stresssituationen im folgenden Jahr sofort mit einer deutlichen Wachstumsabnahme reagiert. Beispielhaft dafür ist die Reaktion der Buchen auf den etwas Trockenheit im Sommer 2003.
Nach der Literatur fruktifiziert die Buche im Tiefland alle 7 bis 12 Jahre. Verfolgt man die Entwicklung der letzten Jahre, so stellt man fest, dass in der Nordwestschweiz alle 3 Jahre ein mittlerer bis starker Fruchtbehang stattgefunden hat. Jede Fruktifikation ist für den Baum mit einem erheblichen Energieverschleiss verbunden. Diese Energie fehlt ihm bei der Erhaltung seiner Vitalität. Auffallend ist, dass jene Bäume eine erhöhte Fruktifikation zeigen, welche im Laub einen erhöhten Stickstoffgehalt aufweisen.