Klimaneutrale Verwaltung Basel-Stadt

Im Auftrag des Amtes für Umwelt und Energie, der IWB und des Energieforums sun21wurde 2005 eine Machbarkeitsabklärung für eine Klimaneutrale Verwaltung Basel-Stadt erstellt. Dabei wurden Energieverbrauch und CO2-Emissionen der kantonalen Verwaltung geschätzt. Anschliessend wurde anhand beispielhaft ausgewählter Effizienz- und Kompensationsmassnahmen und ihrem CO2-Reduktionspotential geprüft, ob eine klimaneutrale Verwaltung realisierbar ist und welche Investitionen für ein auf 25 Jahre angelegtes Initiativprogramm dafür notwendig sind.
 
Die Machbarkeitsstudie zeigt, dass eine klimaneutrale Verwaltung grundsätzlich möglich und mit einem Zeithorizont von 25 Jahren auch bezahlbar ist. Die Verwaltung des Kantons Basel-Stadt verbraucht jährlich rund 391 GWh Energie. Dies entspricht rund 7.5% des Energieverbrauchs (5’169 GWh) im Kanton.
 
Strategisch wurde deutlich, dass es zur Realisierung einer klimaneutralen Verwaltung am vorteilhaftesten ist, wenn CO2-Reduktionsmassnahmen (z.B. Energieeffizienzmassnahmen in kantonalen Gebäuden) geschickt mit einer CO2-Kompensation mittels Reduktionsprojekten in Entwicklungsländern kombiniert werden: Dabei sind verhältnismässig investitionsintensive Energiesparmassnahmen im Bereich Gebäude und Mobilität in Basel nur dann zu realisieren, wenn sie einen besonders grossen Reduktionseffekt ergeben oder innovativen und exemplarischen Charakter haben. Die darüber hinaus verbleibenden CO2-Emissionen sind im Süden/Osten zu kompensieren. Dabei soll ein grosses Augenmerk darauf gelegt werden, dass zuerst das Potenzial in Basel-Stadt genutzt wird, bevor Kompensationsmassnahmen getroffen werden.

Da über 80% der CO2-Emissionen aus den Gebäuden stammen, die von der Verwaltung genutzt werden, wurde ein Rahmenkredit beantragt, mit welchem Gebäudesanierungsmassnahmen finanziert werden können. Der Grosse Rat hat diesen Kredit in der Höhe von 33.5 Millionen Franken, der bis zum Jahr 2015 läuft, im Juni 2008 bewilligt. Dabei sollen bei bereits bestehenden Projekten zusätzliche Massnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz getroffen werden. Als erstes wurden zwei Pilotprojekte ausgesucht, anhand derer das Vorgehen geprüft werden soll. Eines der Projekte, die Sanierung der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel (AGS), wurde in der Zwischenzeit bereits zu einem grossen Teil realisiert.

Neben dem Rahmenkredit hat der Regierungsrat im Dezember 2008 auch Standards für Neubauten, Gebäudehüllensanierungen und Haustechnik erlassen. Dabei muss bei kantonalen Gebäuden nun für Neubauten generell MINERGIE-P oder ein vergleichbarer Standard erreicht werden. Bei Gebäudesanierungen gelten die Vorgaben für MINERGIE-Erneuerungen, wobei aber als Primäranforderung die Neubauvorschriften des Kantons Basel-Stadt eingehalten werden müssen. Bei Wettbewerben, die ab 2009 gestartet werden, sind diese Standards zwingend zu verlangen. Darüber hinaus gelten auch strenge Standards für Elektromotoren, Beleuchtung und Haustechnikanlagen.