Klärschlamm

Eine wichtige – aber oft vergessene – Abfallfraktion stellt der Klärschlamm dar, von dem Jahr für Jahr rund eine halben Million Tonnen aus den Abwasserreinigungsanlagen der beiden Kantone anfällt. Auch wenn diese Klärschlammmenge nach Abzug des hohen Wasseranteils nur rund 27'000 t Trockensubstanz entspricht, so ist die korrekte Entsorgung dieser Fraktion doch sehr aufwändig.

 

Nach Verwertungsverbot zu 100% in die Verbrennung
Ausgelöst durch die Bedenken hinsichtlich einer Ausbreitung von BSE-Erregern (Prionen) und anderer, noch wenig untersuchter Inhaltsstoffe, kam die landwirtschaftliche Verwertung des Klärschlammes 2001 gesamtschweizerisch stark unter Druck und ist inzwischen mit einer Übergangsfrist vom Bund untersagt worden.
 
Für den Kanton Basel-Stadt ergab sich daraus allerdings keine neue Situation, da der Schlamm aus den Anlagen Pro Rheno in Basel stets vollständig in der eigenen Schlammverbrennungsanlage behandelt und anschliessend die Asche deponiert wurde.

 


Wirbelschichtofen zur Verbrennung von Klärschlamm


Ablagerung von Asche aus der Klärschlamm-Verbrennung auf der Deponie Elbisgraben

In Basel-Landschaft verfügte die primär von der Industrie betriebene ARA Rhein in Pratteln ebenfalls über eine Klärschlammverbrennung, doch gelangten im Jahr 2000 aus den ländlichen Kläranlagen noch rund 2'700 t Trockensubstanz (oder rund 30% des Gesamtanfalls) in die landwirtschaftliche Verwertung. Dank der bereits früher getroffenen Abklärungen über alternative Entsorgungswege (Zementwerke, Anschluss an Klärschlammverbrennungsanlagen) konnte aber der landwirtschaftlich verwertete Anteil rasch reduziert werden.
 
Heute gelangen alle Klärschlämme aus den Kantonen BS und BL in die beiden Verbrennungsanlagen bei der Pro Rheno in Basel und der ARA Rhein in Pratteln. Deren Aschen (rund 20'000 t pro Jahr) werden anschliessend auf der Deponie Elbisgraben abgelagert.



Kommunale Klärschlammverwertung Kanton Basel-Landschaft 1996 bis 2005

Perspektiven
Die thermische Behandlung des Klärschlammes in den beiden Anlagen der Region bleibt auch für die Zukunft der beste Entsorgungsweg. Verbesserungen lassen sich allenfalls noch bei der Entwässerung der Schlämme und bei der Energiebilanz der Anlagen erreichen.
 
Diskutiert wird in Fachgremien eine künftige Phosphat-Rückgewinnung aus der Klärschlammasche, da die Lagerstätten von Phosphat als wichtiger Düngerkomponente begrenzt sind und der Abbau grosse Umweltbelastungen verursacht.