Kläranlagen in Basel-Stadt

Die Abwässer aus dem Siedlungsbereich von Basel Stadt und einzelner basellandschaftlichen und deutschen Gemeinden werden in der ARA-Basel gereinigt. Die Abwässer der Industrieareale, die auf der rechtsrheinischen Seite liegen, gelangen in die ARA-Chemie der ProRheno, die der linksrheinischen Seite zusammen mit einigen französischen Firmen in die ARA-STEIH.

 

ARA-Basel
Die Reinigungsleistung der ARA Basel ist generell gut und entspricht im Durchschnitt den gesetzlichen Vorgaben. Bei näherem Hinsehen wird jedoch ersichtlich, dass die Grenzwerte nicht immer eingehalten werden können. Insbesondere wird durch die Regenentlastungen zu viel ungereinigtes Mischwasser in den Rhein geleitet. Um dies Problem zu entschärfen ordnete das Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt 2004 den Bau eines Mischwasserrückhaltebeckens (MIHABE) an.

 

Mischwasserrückhaltebecken (MIHABE)
Das Abwasser Basel-Stadt und der angeschlossenen Gemeinden wird über ein Mischwassersystem entwässert. Abwasser und Regenwasser werden gemeinsam in die ARA zur Reinigung geleitet. Ursprünglich war die ARA Basel mit zwei Regenrückhaltebecken konzipiert. Bei der Inbetriebnahme stellte sich jedoch sehr bald heraus, dass die Reinigungsleistung der Anlage unzureichend ist. Deshalb werden die geplanten Regenrückhaltebecken zur Vorklärung genutzt, was zur Folge hatte, dass dem System nun nicht genügend Mischwasserrückhaltekapazitäten zur Verfügung standen. Es gelangt zuviel ungereinigtes Mischwasser via Regenentlastung in den Rhein. Um dies zu verbessern, wurden 2005 dem Grossen Rat und dem Landrat des Kantons Basel-Landschaft Anträge zur Kreditbewilligung für den Bau des MIHABE vorgelegt. Die Kredite wurden von beiden Räten im Jahr 2005 gesprochen. Zusätzlich wird das MIHABE als Havariebecken betrieben, um zum Schutz der ARA und des Vorfluters Havarien auffangen zu können.

 

ARA Chemie Basel
In der ARA Chemie Basel werden die Abwässer der Industriegebiete Klybeck, Rosental und der Hoffmann La Roche gereinigt. Diese Anlage arbeitet dank der optimalen technischen Ausrüstung gut und kann die gesetzlichen Vorgaben im Normalbetrieb einhalten.

 

ARA STEIH
Die Anlage liegt auf französischem Boden, leitet aber in der Schweiz ihre Abwässer in den Rhein. Deshalb unterliegt die ARA der eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung. Leider kann die Anlage diese nur unzureichend erfüllen. Insbesondere betrifft das den Parameter der «Gesamt Ungelösten Stoffe (GUS)». Das AUE Basel Stadt wurde schon wiederholt beim Anlagenbetreiber vorstellig, um bessere Reinigungsergebnisse zu fordern. Verschiedene Massnahmen wurden eingeleitet, die jedoch nur kurzfristige Verbesserungen brachten. Eine weitere Besonderheit dieser Anlage ist der Umstand, dass neben der chemischen Industrie im St. Johann, deren Produktion rückläufig ist und in naher Zukunft ganz stillgelegt werden soll, vorwiegend Firmen aus Frankreich die ARA-STEIH mit Abwasser beliefern. Diese französischen Firmen unterliegen nicht der eidgenössischen Gesetzgebung und können somit auch nicht durch das AUE BS kontrolliert werden. Es besteht aber ein ständiger Kontakt mit den Betreibern, um mit Nachdruck die Reinigungsleistung der Anlage zu optimieren.