Kläranlagen in Basel-Landschaft

Neue Abwasserreinigungsanlage Birs seit 2007 in Betrieb
Die neue Abwasserreinigungsanlage Birs in Birsfelden konnte 2007 in Betrieb genommen werden. Als eine der modernsten Anlagen in Europa ersetzt sie die ARA Birs 1 in Reinach (seit 1964 in Betrieb) und die ARA Birs 2 in Birsfelden (seit 1977 in Betrieb). In den Bau der ARA Birs wurden rund 50 Millionen Franken investiert
 
Das bei der ARA Birs als biologische Reinigungsstufe gewählte SBR (Sequencing Batch Reactor)-Verfahren ermöglicht in Zukunft eine flexible Betriebsweise mit dem Potential, die Schadstoffe optimal zu eliminieren und damit den Rhein wesentlich zu entlasten.
 
Seit Juni 2007 fliesst nun das gesamte Abwasser des unteren Birstals auf direktem Weg in die ARA Birs. 80'000 Einwohnerinnen und Einwohner von Grellingen bis nach Muttenz und den Solothurner Gemeinden Gempen, Dornach und Hochwald sind an der neuen ARA angeschlossen. Die Anlage verfügt über eine Kapazität von ca. 150'000 Einwohnergleichwerten. Damit avanciert die ARA Birs mit Abstand zur grössten kommunalen ARA des Kantons Basel-Landschaft. Die neue Anlage nutzt den Klärschlamm energetisch und vergärt ihn als Biomasse im neu erstellten Faulraum. Das daraus entstehende Biogas wird in Strom und Wärme umgewandelt.



Einzugsgebiet der ARA Birs 2

Kläranlagen an der Ergolz
Refraktäre organische Verbindungen (ROC) sind Stoffe, die in den verschiedenen Kläranlagen nicht abgebaut werden und die mit den Abwässern in die Gewässer gelangen. Diese Stoffe sind für die Umwelt von grosser Bedeutung. Ziel der Gewässerschutzgesetzgebung ist es, die unerwünschten Stoffe bereits am Anfallsort bei der Industrie und beim Gewerbe zurückzuhalten. ROC-Frachten aus Haushalten, Krankenhäusern etc. lassen sich naturgemäss viel schwerer reduzieren.

 

Nach dem Ausbau und der Sanierung der Abwasserreinigungsanlagen Ergolz 1 in Sissach und Ergolz 2 in Füllinsdorf wurde in den Jahren 1997 und 1998 die Erfolgskontrolle durchgeführt. Diese Kontrolle ergab durchwegs positive Befunde. Einzig in der Ergolz im Abschnitt Liestal bis zur Mündung in den Rhein wurde ein erhöhter Gehalt an gelöstem organischem Kohlenstoff (DOC) ermittelt. In der Folge wurde im Rahmen des Projektes «ROC Ergolz» die Herkunft und die Wirkung untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass aus der Industrie 12%, aus der Deponie Elbisgraben 11% der ROC-Fracht stammt.
 
Sowohl die ARA Frenke 3 in Bubendorf wie auch die ARA Ergolz 2 in Füllinsdorf zeigen eine stark erhöhte ROC-Fracht pro angeschlossenen Einwohner. Dies deutet auf eine deutliche Belastung durch Industrieabwässer und der Deponie Elbisgraben hin. Die Untersuchung auf die ökotoxikologische Wirkung der gereinigten Abwässer aus diesen beiden Abwasserreinigungsanlagen zeigten widersprüchliche Resultate. Da die Komplexizität und die Untersuchungskosten den Rahmen einer kantonalen Gewässerschutzfachstelle übersteigen, wurde das Projekt im Jahr 2003 sistiert. Damit entsprechende Vollzugsinstrumente für die Prüfung der Ökotoxikologie erarbeitet werden, wurde vorgeschlagen eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Bundesamtes für Umwelt einzusetzen.



Verteilung der Fracht an refraktären organischen Verbindungen (ROC) an der Ergolzmündung in Augst