Holznutzung und Holzverwertung

Einem Nutzungspotenzial von 170'000 m3 jährlich steht in den Wäldern der Region Basel eine effektive Holznutzung gegenüber, die in den letzten beiden Jahren nicht einmal mehr die Hälfte des Nutzungspotenzials beträgt. Mitentscheidend für die grosse Zurückhaltung der Waldeigentümer und Forstbetriebe, im Kerngeschäft Holzproduktion aktiv zu sein, sind tiefe Holzpreise, eine geringe bis nicht existente regionale Nachfrage nach Rohholz und im internationalen Vergleich hohe Gestehungskosten. Fehlende oder mangelhafte Deckungsbeiträge aus der Holzernte gefährden mittel- bis langfristig nicht nur die Forstbetriebe selbst, sondern auch die nachhaltige Entwicklung der Wälder. Eine markante Erhöhung der Holznutzung muss deshalb wesentlicher Bestandteil der regionalen Waldpolitik sein.

 


Die Sicherstellung der Holzproduktion ist ökologisch wie volkswirtschaftlich von Bedeutung. Allein die Tatsache der Holzbereitstellung bringt der Allgemeinheit wichtige Vorteile. Die Versorgung mit einem einheimischen, ökologischen Rohstoff für die Bereiche Bauwesen, Möbelbau, Papierherstellung und Energiegewinnung sichert regionale Märkte mit der entsprechenden Wertschöpfung. Im gleichen Zug profitiert die Umwelt von kurzen Transportdistanzen und von der Verwendung eines nachwachsenden und nachhaltig genutzten Rohstoffes.
 
Die Holznutzung und die Waldpflege bringen quasi als Nebenprodukt noch weitere Leistungen für die Allgemeinheit mit sich. So ist beispielsweise die Artenvielfalt im Wald direkt von Eingriffen abhängig. Durch eine gezielte Bereitstellung von Leistungen, welche den gesellschaftlichen Forderungen entsprechen, werden gleichzeitig gesellschaftliche und forstbetriebliche Bedürfnisse abgedeckt. Als wichtige Voraussetzung gilt hier die Erkenntnis, dass diese Leistungen für die Allgemeinheit nicht unentgeltlich, aber auch nicht wertlos sind. Stichwort: Wald und Holz haben einen hohen Wert und einen geringen Preis.
 
Die Zukunft einer nachhaltigen Waldwirtschaft mit neuen Zielen steht und fällt mit der Anerkennung durch die Allgemeinheit und deren politischen Vertreter. Die Natur und die Umwelt haben nur dann die Chance als Gewinnerinnen zu figurieren, wenn die Waldbewirtschaftung als treibende Kraft wirken kann, die Ziele der umfassenden Nachhaltigkeit zu erreichen.