Herausforderung Umweltschutz in der Landwirtschaft

Anfang der 70er Jahre haben Medienmeldungen über Umweltprobleme in der Landwirtschaft die Öffentlichkeit aufgeschreckt. Seither wurden erst zögerliche, mit der Agrarreform AP 2002 entscheidende Schritte für eine bessere und umfassende Berücksichtigung der Umweltanliegen in der Agrarpolitik unternommen. Erste Wirkungsanalysen zeigen denn auch, dass der Einsatz von Pestiziden und Düngern seit Beginn der 90er Jahre stark rückläufig ist. Der Umfang der ökologischen Ausgleichsflächen sowie der Anteil Landwirtschaftsfläche, welcher nach den Vorschriften der Integrierten Produktion oder des biologischen Landbaus bewirtschaftet wird, haben markant zugenommen.
 
Die Verkäufe von Pflanzenschutzmitteln geben als Indikator die Gefahr von Emissionen in die Umwelt, insbesondere in Wasser, Böden und Luft an. Die in der Landwirtschaft eingesetzte Wirkstoffmenge an Pflanzenschutzmitteln ist zwischen 1990 und 2004 um 38 Prozent zurückgegangen. Obwohl vom Rückgang der Wirkstoffmenge nicht eins zu eins auf die Umweltwirkung geschlossen werden kann, ist die deutliche Reduktion des Einsatzes aus einer Nachhaltigkeitsperspektive positiv zu werten. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Pflanzenbauproduktion im selben Zeitraum leicht gestiegen ist.
 
Beim Indikator Phosphorüberschüsse geht es um das Verhältnis zwischen In- und Output. Da der Phosphor eine nicht erneuerbare Ressource ist, hat der haushälterische Einsatz aus einer Nachhaltigkeitsperspektive eine hohe Priorität. Überschüsse in der Bilanz sind möglichst zu vermeiden. Der Phosphoreinsatz hat in der Schweizer Landwirtschaft zwischen 1990 und 2002 um fast zwei Drittel abgenommen und die Effizienz erhöhte sich um einen Faktor 3. Damit wurde ein erfreulicher Schritt in Richtung eines nachhaltigen Einsatzes gemacht.
 
Der Indikator Stickstoffeffizienz gibt das Verhältnis von Input und Output von Stickstoff bei der landwirtschaftlichen Produktion an. Beim Stickstoffkreislauf handelt es sich um einen komplexen und dynamischen Kreislauf, bei welchem ein bedeutender Verlust zwischen In- und Output unvermeidlich ist. Es wird geschätzt, dass mit der heutigen landwirtschaftlichen Produktionsintensität die Stickstoffeffizienz aufgrund der natürlich bedingten Prozessabläufe maximal bei rund 30 Prozent liegen kann. In der Schweizer Landwirtschaft konnte die Effizienz zwischen 1990 und 2002 von 23 auf 27 Prozent gesteigert werden, auch dies eine positive Entwicklung aus einer Nachhaltigkeitsperspektive.
 
Beim Indikator Energieeffizienz wird das Verhältnis zwischen Energieverbrauch für die Produktion und der produzierten Nahrungsenergie berechnet. Aus einer Nachhaltigkeitsperspektive sollte die Energieeffizienz besser werden und fossile Energieträger sollten durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden. In der Landwirtschaft ist die Energieeffizienz seit 1990 stabil geblieben. Im Bereich Energie wurde somit kein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gemacht. Ausserdem konnte keine Substitution von fossiler Energie beobachtet werden.
 
Die Agrarpolitik kann auf die energetischen Rahmenbedingungen allerdings nur einen kleinen Einfluss ausüben. Bezüglich der regionalen erneuerbaren Ressourcen (Wald) z.B. für die Wärmegewinnung stehen wir noch am Anfang.