Grundwasserqualität Basel-Stadt

Das Grundwasser in Basel-Stadt hat eine hohe Qualität. Problematisch sind Verunreinigungen durch lecke Abwasserleitungen und Belastungen im Untergrund, die in früheren Jahren durch Industrie- und Gewerbetätigkeiten verursacht wurden. Schutzmassnahmen konzentrieren sich auf die Grundwasserschutzzone und Standorte mit Altlasten.

 


Vorbereitung einer Messstelle für die Grundwasseranalyse (Quelle: AUE Basel-Stadt)


Die Qualität des Grundwassers im Kanton Basel-Stadt wird anhand von chemischen und physikalischen Parametern regelmässig durch das AUE überwacht. Jährliche Analysen aus 15 über das Stadtgebiet verteilten Messstellen (alle 5 Jahre werden 60 Messstellen beprobt) sowie 10 am Rande der Grundwasserschutzzone Lange Erlen zeigen, dass das Grundwasser eine gute Qualität aufweist.

Das AUE-Labor hat Arzneimittelwirkstoffe und andere Schadstoffe im Grundwasser der Schutzzone Lange Erlen in sehr geringen Spuren festgestellt. Die Ursachenabklärung zu den chlorierten Butadienen erfolgte im Zusammenhang mit den IWB. Die Untersuchungen ergaben, dass die Schadstoffe vermutlich aus der Versickerung von Rheinwasser stammen, welches zur Grundwasseranreicherung in die Langen Erlen gepumpt wird. Die Einflüsse von undichten Kanalisationen sind nur lokal bemerkbar. Der Einfluss der Wiese wird bei den vom AUE-Labor beobachteten Grundwasser-Fassungen ebenfalls nur lokal in der Nähe der Wiese beobachtet.

Die aktuellen Arbeiten zur Ortung von mit Abwasser belastetem Grundwasser kommen voran. Es wurden zusätzlich die Parameter Carbamazepin und Borat ins Programm aufgenommen. Sobald genügend Daten erhoben sind, können die weitaus arbeitsintensiveren Folgearbeiten in Angriff genommen werden.

Weniger gute Qualitäten sind dort festzustellen, wo in früheren Jahrzehnten sorglos mit Abfällen und Chemikalien umgegangen wurde (Gewerbe- und Industrieareale). Schadstoffe sind auf diesen belasteten Standorten mit dem versickernden Regenwasser bis ins Grundwasser ausgewaschen worden. Im Rahmen der «Altlastenbearbeitung» werden solche Belastungen festgestellt, überwacht und gegebenenfalls saniert.

 

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Grundwassertemperatur. Sie sollte im Idealfall der mittleren jährlichen Lufttemperatur entsprechen (10°C im Raum Basel). Langjährige Aufzeichnungen zeigen jedoch, dass die Grundwassertemperaturen zum Teil deutlich darüber liegen. An 8 von 34 Messstationen werden sogar Temperaturen über 15°C gemessen. Neben natürlichen Einflüssen sind dafür durch den Menschen verursachte Wärmeeinträge verantwortlich (z.B. Unterkellerungen bis ins Grundwasser; Rückführungen von Kühlwasser, Versiegelungen). Das Amt für Umwelt und Energie hat 2008 in Zusammenarbeit mit der Uni Basel die vorhandenen Temperaturdaten der letzten 20 Jahre ausgewertet: die meisten Messstationen zeigen einen leichten Anstieg der mittleren Grundwassertemperatur; bei rund der Hälfte der Messstellen ist ein signifikanter Temperaturanstieg nachweisbar.

In einer Pilotstudie mit der Uni Basel messen wir derzeit an vier neu errichteten Messstellen detailliert die Grundwassertemperaturen in unterschiedlichen Tiefen. Mit der Studie werden Grundsätze für die langfristige thermische Grundwassernutzung als Orientierung für die Grundwassernutzer und als Entscheidungshilfe für die Bewilligungspraxis erarbeitet. Dadurch soll der anthropogene Einfluss auf den Temperaturanstieg im Grundwasser verringert werden. Erste Auswertungen bestätigen, dass Kellerbauten und Wassernutzungen einen wärmenden Einfluss haben, die Wärmeausbreitung von der Untergrundbeschaffenheit abhängig ist und der Rhein massgeblich die umliegende Grundwassertemperatur beeinflusst.



Verlauf der Grundwassertemperatur bei Messstation 0795, Weilstrasse 1999–2010


Durch versickerndes Mineralöl verunreinigtes Grundwasser (Quelle: AUE Basel-Stadt)


Links:
Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt, Thema Altlasten:
» www.aue.bs.ch/fachbereiche/altlasten.htm