Grundwasserqualität Basel-Landschaft

Die Grundwasserqualität in Karstgebieten ist nach wie vor unbefriedigend. Es muss deshalb gesondert aufbereitet werden. Mikrobiologische und chemische Verunreinigungen bei flussnahen Grundwasserfassungen wurden in den letzten Jahren nicht festgestellt. Anthropogene Spurenstoffe werden in sehr geringen Mengen in den drei grossen Tälern nachgewiesen.

 

Die Grundwasserqualität wird massgeblich von den menschlichen Aktivitäten und der Struktur des Grundwasserleiters beeinflusst. Deshalb gibt es deutliche Unterschiede in der Qualität von

 
Grundwasser aus Karstquellen, das hauptsächlich landwirtschaftlich beeinflusst ist,
von Grundwasser in der Nähe von Flüssen, dessen Qualität stark von der Wasserqualität im Oberflächengewässer abhängt und
von Grundwasser aus den Lockergesteinen (Schottergestein) der Täler, wo die grösste Siedlungsdichte ist.
 

Überwacht wird die Grundwasserqualität bei den Trinkwasserkontrollen, spezifischen hydrogeologischen Abklärungen, der Abklärung von Schadenfällen und Altlasten sowie an einigen Stellen von einem eidgenössischen Grundwasserbeobachtungsnetz (NAQUA).
 
Die Grundwasserqualität in den Karstgebieten kann als unbefriedigend bis gut bezeichnet werden. Insbesondere bei Niederschlagsereignissen kann fäkal belastetes Oberflächenwasser vielerorts leicht ins Grundwasser gelangen und so Trinkwasserquellen verunreinigen. In spezifischen Studien konnten zudem Krankheitserreger nachgewiesen werden. Für die Nutzung als Trinkwasser muss dieses Grundwasser deshalb mit einer Desinfektion oder mehrstufigen Filteranlagen aufbereitet werden. In den kommenden Jahren müssen zudem die Schutzgebiete überprüft werden.
 
Mikrobiologische Verunreinigungen stehen auch bei den flussnahen Grundwasserfassungen im Vordergrund. Die Gefährdung ist jedoch geringer als bei Karstquellen, da die Filterwirkung des Untergrundes oft wesentlich besser ist. Wie bei den Karstquellen bedeuten auch bei flussnahen Fassungen Hochwasserereignisse eine besondere Gefahr von Verunreinigungen. Neben den mikrobiologischen können auch chemische Belastungen im Oberflächenwasser via Flusssohle ins Grundwasser gelangen. In den letzten Jahren sind jedoch keine Verunreinigungen von flussnahen Grundwasserfassungen aufgetreten.

 


In den dicht besiedelten Gebieten im Birs- Ergolz- und Rheintal wird das meiste Grundwasser gefördert.


Im Grundwasser aus den Lockergesteinen (Rhein-, Birs- und Ergolztal) können an vielen Stellen anthropogene Spurenstoffe wie Pflanzenschutzmittel, leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe oder Arzneimittelrückstände nachgewiesen werden. Dies ist nicht erstaunlich, sind die Gebiete in den drei grossen Tälern des Kantons Basel-Landschaft doch dicht besiedelt und gewerblich und industriell genutzt. Die gefundenen Konzentrationen in den Trinkwasserfassungen sind jedoch sehr tief und stellen nach heutigen Erkenntnissen für die Bevölkerung kein Gesundheitsproblem dar. Eine entsprechende Aufbereitung bei der Nutzung als Trinkwasser ist nicht notwendig.
 
Neben diesen flächenhaften Nachweisen, können im Abströmbereich von ehemaligen Deponien verschiedenste Schadstoffe, die in der Phase der Industrialisierung, meist bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhundert, abgelagert wurden, gefunden werden. Es ist anzunehmen, dass ein grosser Teil der Chemikalien in den letzten Jahrzehnten bereits mit dem Regenwasser ausgewaschen und mit dem Grundwasser wegtransportiert wurden. Die heute im Grundwasser gefundenen Konzentrationen sind meist auf einem tiefen Niveau. Trotzdem stellen sie eine unerwünschte Beeinträchtigung der Grundwasserqualität dar. Momentan sind verschiedene Abklärungen im Gang, um die Situation besser beurteilen zu können und allenfalls notwendige Massnahmen einzuleiten.