Gewässerverschmutzungen

Die vom Gewässerschutz-Pikettdienst behandelten Gewässerverschmutzungen werden in Schadenkatastern erfasst und ausgewertet. In den vergangenen Jahren ist die Art und der Umfang der festgestellten Verschmutzungen gleich geblieben.

 

Schadenfälle Kanton Basel-Landschaft

Stoff / Jahr   2000   2001   2002   2003   2004   2005   2006   2007 2008 2009 2010 
Kohlenwasserstoffe   100   102   76   84   90   72   75   93 93 125 103 
Chemikalien/ Zementwasser   22   19   26   20   14   13   14   14  22 21 
Landwirtschaft (Gülle/Silo)   8   4   7   14   6   6   9   15  15 11 
Lösch-/ Kommunalabwasser  12   9   8   14   20   18   14   12  14 19 10 
Diverse andere Stoffe   5   2   7   12   5   8   3  23 12 14 
Total   147   136   124   144   135   117   115   141  160 180 159 
 

Aus der Zahl von Schadenereignissen in den letzten Jahren kann kein Trend abgeleitet werden, sind die Schadenereignisse doch jeweils auf verschiedene Zufälligkeiten zurückzuführen. Wie die Summe der Ereignisse pro Jahr zeigt, kommt der Ereignisdienst durchschnittlich drei bis vier Mal pro Woche zum Einsatz.
 

 

Schadenfälle Kanton Basel-Stadt

Stoff / Jahr   2000   2001   2002   2003   2004   2005   2006   2007 2008 2009 
Kohlenwasserstoffe   35   19   27   32   36   23   26   28  20 24 
Chemikalien/Zementwasser   30   29   31   17   22   18   21   21 13 
Landwirtschaft (Gülle/Silo)   0   0   0   0   0   0   0   0  
Lösch-/Kommunalabwasser   2   0   2   1   0   0   0   4  
Diverse andere Stoffe   8   5   9   14   10   10   6   4  
Total   75   53   69   64   68   51   53   57  40 38 
 

Die Art und der Umfang der Schadenereignisse in den vergangenen vier Jahren sind im Vergleich zu den Vorjahren in etwa gleich geblieben. Der Unterschied zwischen den beiden Kantonen ist auf die Flächengrösse und die Infrastruktur zurückzuführen. So besteht im Kanton Basel-Stadt ein Fernwärmenetz, weshalb der Heizölbedarf verhältnismässig geringer ist. Ferner spielt die Landwirtschaft im Stadtkanton nur eine untergeordnete Rolle. Unfälle oder Havarien mit Gülle sind eine Ausnahme.
 
Erwähnenswerte Gewässerverschmutzungen
Bei einem Brandfall in Grellingen im Jahr 2003 sind grössere Mengen Löschwasser in den Untergrund versickert. Da in unmittelbarer Nähe zwei Grundwasserpumpwerke (Grellingen und Duggingen) liegen, musste eine Grundwasserüberwachung angeordnet werden.

Bei einer Gewässerverunreinigung durch Schweröl auf dem Rhein konnte das Ereignis innerhalb von kurzer Zeit soweit bearbeitet werden, dass die Rheinschifffahrt nach 48 Stunden Unterbruch wieder freigegeben werden konnte. Weitere Reinigungs- und Sanierungsarbeiten nahmen über drei Wochen in Anspruch. Die Gesamtkosten dieses Schadenfalls betrugen mehrere hunderttausend Franken. Diese wurden der Verursacherin überbunden.

Bei einem Brand in einer Lagerhalle in Arlesheim im Jahr 2005 musste wegen einem Schwelbrand der Keller geflutet werden. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass ein Teil des Löschwassers im Untergrund versickert ist, war eine Untersuchung der Grundwasserpumpwerke der Gemeinde Münchenstein erforderlich. Die Überwachung ergab indessen keine Hinweise auf eine Verunreinigung, so dass die Pumpwerke nach vier Wochen wieder in Betrieb genommen wurden.

Im Oktober des Jahres 2005 brannte ein Chemiebetrieb in Grenzach (D). Da aufgrund erster Informationen unklar war, ob allenfalls verunreinigtes Löschwasser in den Rhein gelangt ist, liess der Pikettdienstleistende vorsorglich die Rheinwasserfassung der Trinkwasserversorgung abstellen. Die Abklärungen ergaben schliesslich, dass nur geringe Mengen Löschschaum in den Vorfluter liefen, so dass für die Trinkwasserfassung zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung bestand.

Im Kanton Basellandschaft verursachten die Starkregenfälle vom August 2007 Hochwasser und Überschwemmungen. Durch die Überflutung von Kellern diverser Liegenschaften  sind in mehreren Ortschaften des Kantons Heizöltanks ausgelaufen. Durch die veranlassten Massnahmen - Erstellen von Ölsperren, Abpumpen des mit Heizöl verunreinigten Wassers, Ausheben des verunreinigten Erdreichs und die fachgerechte Entsorgung des kontaminierten Materials konnte eine Beeinträchtigung von Gewässer, Grund- und Trinkwasser verhindert werden.
Am 27. März 2010 fing in Basel in einem Kühlhaus bei Schweissarbeiten Isoliermaterial Feuer und brannte unter starker Rauchentwicklung. Der Brand konnte über mehrere Tage nicht gelöscht werden. Eine grössere Herausforderung stellte die fachgerechte Entsorgung der gefrorenen bzw. teilweise aufgetauten Lebensmittel dar.

Am 5. Oktober 2010 lag das Tankmotorschiff Amsterdam beim Steiger Migrol in Basel vor Anker. Bei der Abmessung des Ladegutes stellte der Schiffsführer fest, dass Wasser in einen der Ladetanks eingedrungen war. Er benachrichtigte darauf die Hafenbehörde. Um eine Gewässerverschmutzung zu verhindern, pumpte die Besatzung des Bibo Regios (Bilgenentölungs- und Oelwehrboot der Schweizerischen Rheinhäfen) einen Teil des Tankinhaltes um.

Am 30. September 2010 fuhr der Chauffeur der Spedition «Transmec» mit einem Sattelschlepper bei der Verzweigung Wiese der N2 in einen Verkehrsteiler (Anpralldämpfer). Als Folge des Unfalls flossen mehrere hundert Liter Dieseltreibstoff via Fahrbahnentwässerung in ein Abwasserpumpwerk. Der Gewässerschutz-Pikettdienst BS musste dabei das Absaugen des Öl-Wassergemisches aus dem Abwasserpumpwerk veranlassen und die entsprechenden Entsorgungsaktivitäten begleiten.

Auf dem Betriebsareal der Firma KBC in Lörrach neigte sich am 30. Dezember 2010 ein mit Dieselöl gefüllter Stehtank bedrohlich zur Seite und drohte zu kippen. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Mühleteich, der Wiese sowie der Grundwasserschutzzone «Lange Erlen» wurde der Gewässerschutz-Pikettdienst aufgeboten, um die Situation vor Ort zu beurteilen und Massnahmen zum Schutze der Langen Erlen zu veranlassen.

Die Rheinüberwachungsstation des AUE hat am 20. Januar 2010 das Herbizid Metolachlor in den untersuchten Rheinproben gefunden. Als Verursacherin der Gewässerverschmutzung wurde die Firma BTB ermittelt, die an der Hochbergerstrasse Innenreinigungen an Containern und Tankzügen vornimmt. Weitere Abklärungen ergaben, dass Restmengen des Herbizides im Tankwagen eines Kunden nicht fachgerecht entsorgt wurden. Aufgrund dieser Tatsache gelangte der Schadstoff über die ARA in den Rhein. Die Verunreinigung führte jedoch weder in der ARA noch im Rhein zu feststellbaren Auswirkungen. Des Weiteren ergriff die Firma zusätzliche Sicherheitsmassnahmen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.

Am frühen Morgen des Pfingstsonntages 2009 brach in Basel eine Hauptwasserleitung der IWB aus der ca. 1300 Liter Leitungswasser pro Sekunde ausströmten. Weil die Kanalisation diese enorme Wassermenge nicht mehr fassen konnte, wurden die Keller der umliegenden Häuser überflutet. Zudem brach das Wasser in die Untergeschosse der Liegenschaften Coop und Novartis sowie in eine Autoeinstellhalle ein. Das Austreten von wassergefährdenden Stoffen in den entsprechenden Liegenschaften konnte verhindert werden.

Anfangs September 2009 trat aus einer Lokomotive aufgrund eines technischen Defektes Dieselöl aus und verunreinigte beim Hauptstellwerk Basel den Geleiseschotter auf einer Länge von mehreren hundert Metern. Eine nicht unerhebliche Menge versickerte in den Schottersteinen. Bedingt durch die verursachte Bodenverunreinigung mussten der Aushub und die Entsorgung des kontaminierten Erdmaterials veranlasst und die Sanierungsarbeiten begleitet werden. Für die Aushubarbeiten wurde in diesem Fall ein speziell dafür eingerichteter Hochleistungs-Saugwagen beigezogen.

Ende April 2009 fing im Hafenareal in Kleinhüningen auf einem Zwischenlagerplatz einer Logistikfirma deponiertes Altholz Feuer und brannte unter starker Rauchentwicklung. Abklärungen ergaben, dass Löschwasser in das Hafenbecken 1 und somit in den Rhein gelangte.

Im Kanton Basellandschaft ereigneten sich im Jahr 2009,15 Ereignisse bei denen Mineralölprodukte in ein Gewässer gelangten. Zum Schutze von Gewässer und Grundwasser wurden jeweils Ölsperren errichtet. Eine Kontamination des Grundwassers konnte durch die ergriffenen Massnahmen verhindert werden.

Bei 36 Ereignissen - Ursachen: Unfälle, Pannen oder technische Defekte - gelangten Mineralölprodukte ins Erdreich. Das verunreinigte Erdmaterial wurde jeweils ausgehoben und fachgerecht entsorgt.