Gesamtenergieverbrauch

Der absolute Endenergieverbrauch in Basel-Stadt nahm seit 1990 stetig ab und in Basel-Landschaft zu. Der Verbrauch pro Einwohnerin und Einwohner blieb in der Betrachtungsperiode in beiden Kantonen nahezu konstant, erfreulicherweise auf einem tieferen Niveau im Vergleich zum schweizerischen Mittel.
 
Der Energieverbrauch ist eines der Schlüsselthemen, wenn es um die Frage der Nachhaltigkeit geht. Der Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft dauert Jahrzehnte und setzt eine umfassende Betrachtung nicht nur des eigentlichen Energieverbrauchs voraus, sondern auch folgender Fragen: Effizienzsteigerung, Einsatz von Energieform und Energieträger, (wahre) Kosten der Energie, Ökologie (CO2), erneuerbare Energieträger, Energieforschung etc. Die notwendigen politischen Instrumente wie Energieleitbild, Vollzugs- und Förderpolitik sind langfristig auf Nachhaltigkeit auszurichten und laufend anzupassen.

 

In Basel-Stadt hat der Endenergieverbrauch von 1990 bis 2004 um rund 20% abgenommen, seit dem Jahr 2000 noch um 3%. Der Pro-Kopf-Verbrauch hat sich seit 1995 kaum verändert. Einem sinkenden Verbrauch an Nutzwärme steht ein stark steigender Elektrizitätsbedarf gegenüber. Dieser stagnierte von 1995-2000 annähernd, nahm dann aber in den Folgejahren bis 2004 um 8% zu. Für diese Zunahme sind die Jahre 2001 (+3.6%) und 2003 (+2.6%) massgebend. Die Steigerung im Jahr 2003 dürfte auf den heissen Sommer zurückzuführen sein, diejenige im Jahr 2001 im wesentlichen auf eine Systemumstellung bei der Rechnungsstellung der IWB.
 
In Basel-Landschaft nahm der Endenergieverbrauch von 1990 bis 2004 um 9% zu. Der Energieverbrauch pro Einwohnerin und Einwohner blieb aber während der Betrachtungsperiode nahezu konstant. Die steigenden Bedürfnisse der Bevölkerung – sei dies wegen mehr Wohnfläche, mehr Geräten usw. – konnten offensichtlich durch effizientere Energienutzung kompensiert werden. Der Gesamt-Endenergieverbrauch in BL hat von 2004-2006 um 1% abgenommen.


Wärme
Erfreulich ist, dass der absolute Verbrauch von Brennstoffen für die Beheizung der Bauten und für das Warmwasser in Basel-Landschaft nur moderat, um ca. 1% zugenommen hat. Seit 2004 stagniert er sozusagen. Da der Gebäudebestand – und damit der Bedarf an Wärme – in der gleichen Zeitperiode um weit über 10% zugenommen hat, wäre der Wärmeverbrauch stärker angestiegen, wenn die Effizienz der Energienutzung bei den Bauten nicht verbessert worden wäre. Diese erfolgreiche Bilanz ist primär auf Gebäudesanierungen und Erneuerung von alten Heizungsanlagen zurückzuführen.

 


Die meisten bestehenden Bauten weisen wärmetechnisch erhebliches Verbesserungspotential auf.

In Basel-Stadt zeigt sich ein analoges Bild; allerdings in Form einer kaum noch wachsenden Energiebezugsfläche gegenüber einem stark sinkenden Verbrauch an Heizenergie, der seit 1990 um rund 30% abgenommen hat.

 

Elektrizität
Der Elektrizitätsverbrauch stieg in Basel-Landschaft jährlich um ca. 1% stetig an. In Basel-Stadt stagnierte er bis 2000 praktisch und nahm seither jährlich um 2% zu. Hauptgründe dürften die allgemein zunehmende Technisierung am Arbeitsplatz und in den Hauhaltungen, der vermehrte Einsatz von Geräten mit Stand-by-Verlusten sowie die Zunahme an Geräten der Klimatechnik sein (Kälteerzeugung). Die Statistik von Basel-Stadt zeigt exemplarisch für die Region, dass seit 1995 nur in der Verbrauchergruppe «Industrie» der Stromverbrauch annähernd stabil blieb. In den Gruppen «Haushalt» und «Gewerbe/Dienstleistung» ist er insbesondere seit dem Jahr 2000 markant angestiegen.



Veränderungen Stromverbrauch seit 1990

Verkehr
Der Verbrauch für den öffentlichen Verkehr stagnierte seit 1990 nahezu. Die starke Verbrauchszunahme beim Individualverkehr, die von 1990-2000 noch 16% betragen hatte, bewegt sich für den Zeitraum 2000-2004 noch bei 4.5%.

Links:
Energie und Erneuerbare Energie:
» www.energie.bs.ch/daten-und-fakten
» www.statistik.bl.ch