Erosion

Erosion tritt auf Ackerflächen auf: Fruchtbare Ackerkrume wird durch abfliessendes Wasser mitgerissen, überdeckt am Hangfuss Kulturen, gelangt in Bäche oder verschüttet Flurwege und Strassen. Das langfristige Monitoring 1982-1992-2002 der Erosion auf Ackerflächen in der Region hat ein sehr differenziertes Bild ergeben. Positive Entwicklungen für den Schutz der Böden vor Erosion sind erkennbar. Allerdings sind diese in erster Linie eine Folge der Extensivierung des Ackerbaus in Randregionen.
 
20% der Ackerfläche stark betroffen
Seit Beginn der 1990-er Jahre kennen wir genauere Zahlen: Bodenerosion ist auf 50% der Ackerfläche in der Region kein Problem. Auf weiteren 30% der Ackerfläche tritt Bodenerosion zwar auf, ist aber erst langfristig ein Problem. Auf den restlichen 20% der Ackerfläche schliesslich besteht deutlicher Handlungsbedarf.

 


Leider immer noch kein Bild aus der Vergangenheit: Erosion auf Ackerflächen in der Region.


Es wurden Massnahmen zur vermehrten Sensibilisierung der Bewirtschafter auf Erosionsprobleme eingeleitet. Ab Ende der 1990-er Jahre wurden diese ergänzt durch den ökologischen Leistungsnachweis auf den Landwirtschaftsbetrieben. Dieser umfasst auch Massnahmen zur Verminderung und Verhinderung von Erosion. Ein langfristiges Monitoring der Erosion sollte Aufschluss über den Erfolg dieser Massnahmen geben.

 

Verbesserungen im Oberbaselbiet
Das langfristige Erosionsmonitoring 1992-2002 zeigte eine Verbesserung der Erosionssituation im Oberbaselbiet. In der Fruchtfolge haben Kunstwiese und Buntbrache zugenommen, erosionsauslösender Mais und Wintergetreide haben abgenommen. Auch ist die Bodenbedeckung der Äcker im Winter etwas besser geworden. Generell ist eine Extenisvierung der Bewirtschaftung in den Randregionen des Ackerbaus feststellbar. Insgesamt ging die Erosionsgefährdung im Oberbaselbiet somit primär als Folge der agrarpolitischen Strukturveränderungen seit 1992 um etwa 20% zurück – eine erwünschte Nebenwirkung
 
Im Unterbaselbiet und im Laufental ist die Erosionsgefährdung in den letzten 10 Jahren hingegen gleich geblieben. In vielen Betrieben heben sich die für den Erosionsschutz positiven und negativen Veränderungen der Bewirtschaftung gegenseitig auf. Es zeigte sich auch, dass sich die vom Bund bisher verlangten betrieblichen Massnahmen zum ökologischen Leistungsnachweis im Gesamteffekt kaum erosionsmindernd auswirken.



Monitoring 1992-2002:
Ein differenziertes Bild der Veränderung der Erosionsrisiken durch die Bewirtschaftung.

Noch kein Durchbruch bei der konservierenden Bodenbearbeitung
Zwischen der Intensität der Bodenbearbeitung und der Bodenerosion besteht ein vielfach belegter allgemeiner Zusammenhang. Die Erosionsanfälligkeit des Bodens sinkt mit abnehmender Intensität der Bearbeitung. Entscheidend sind dabei wendende/nicht wendende Bodenbearbeitung und die Aufbereitung («Zerkleinerung») der Krume für das Saatbeet. Eine möglichst geringe Intensität der Bodenbearbeitung schützt somit den Boden vor Erosion.
 
Leider liess sich die durch einen landrätlichen Vorstoss angeregte bessere Verankerung bodenschonender Anbaumethoden aus Budgetgründen bisher nicht realisieren. Der Anteil der konventionell mit Pflug arbeitenden Betriebe ist 1992-2002 mit jeweils ca. 60% nahezu gleich geblieben. Eine für den Erosionsschutz vorteilhafte Verschiebung ergab sich aber bei den mit Grubber arbeitenden Betrieben. Hier ist der Einsatz zapfwellengetriebener Folgegeräte für die Zubereitung des Saatbeets deutlich zurück gegangen. Dies erhöht die Widerstandsfähigkeit der Krume gegen Erosion. Auch hat die Mulchsaat von Mais in den letzten 10 Jahren eine deutlich grössere Verbreitung gefunden. 15% der Betriebe mit Maisanbau wenden sie heute an. Zuvor waren es erst wenige Prozent.



Die konservierende Bodenbearbeitung hat 1992-2002 leicht zugenommen.

Weiterhin Handlungsbedarf
Das langfristige Monitoring 1992-2002 hat gezeigt, wie sich der Gesamttrend für das Erosionsrisiko auf den Äckern der Region entwickelt. Erfreulichen Entwicklungen stehen weniger erfreuliche gegenüber.
 
Es besteht somit nach wie vor Handlungsbedarf zur Vermeidung von Erosion auf unseren Ackerböden. Die gilt vor allem für das Unterbaselbiet und das Laufental. Gemeinsam mit dem Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain haben wir die Ansatzpunkte für einen verstärkten Erosionsschutz identifiziert: Betriebliche Massnahmen auf besonders gefährdete Parzellen konzentrieren, erprobte Schutzmassnahmen auf viel mehr Parzellen nutzen sowie bodenschonende moderne Techniken zur Bodenbearbeitung wie Mulchsaat vermehrt einsetzen.



Trends für das Erosionsrisiko auf den Ackerböden in der Region

Links:
Bericht zum Monitoring der Erosion 1982-2002 im Baselbiet:
» www.baselland.ch/fileadmin/baselland/files/docs/bud/boden/fachperson/bericht-2004-1.pdf