Ereignisse

Das einzige grössere Ereignis in den letzten fünf Jahren in der Region war der Brand in der Abluftbehandlungsanlage eines Chemiebetriebes am 11. Oktober 2005 in Grenzach, bei dem auf schweizerischer Seite die Katastrophenorganisation Basel-Stadt und der Krisenstab Basel-Landschaft inkl. ihren ABC-Ereignisdiensten einberufen wurden.
 
In beiden Kantonen wird für die fachliche Beratung der Einsatzkräfte und/oder des Stabschefs der Katastrophenvorsorge bei A-, B- und C- Ereignissen ein Ereignisdienst unterhalten. Während im Kanton Basel-Stadt dieser Dienst durch das Kantonale Laboratorium wahrgenommen wird, wurde im Kanton Basel-Landschaft diese Aufgabe im Jahr 2004 an die Firma Johnson Controls delegiert. Durch die Beratung wird sichergestellt, dass alle nötigen Massnahmen getroffen werden, um die Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Umwelt möglichst gering halten zu können.
 
Eine Statistik der Einsätze in den beiden Kantonen ist in den unten stehenden Graphiken wiedergegeben. Von allen Einsätzen im Kanton Basel-Stadt fallen im Schnitt 35% auf die chemische Industrie und 19% auf den Transport von gefährlichen Gütern, im Kanton Basel-Landschaft sind es 48% und 36%.
 
Obwohl es zu keinen bedeutenden Störfällen kam, gab es unter den jährlich durchschnittlich 45 Aufgeboten in beiden Kantonen doch Fälle, die nur dank professioneller Ereignisbewältigung nicht zu grösserem Schaden führten. So ist zum Beispiel der Vorfall in einer Chemieproduktionsanlage zu erwähnen, wo es durch eine unvorsichtige Manipulation an einem Reaktionskessel zum Entweichen von Methanol und zur Bildung von explosiven Dämpfen kam. Durch rasches Einschäumen konnte eine Explosion verhindert werden. Als Lehren wurden bei den involvierten Gerätschaften Modifikationen angebracht, die auch auf weitere Produktionseinheiten des Betriebes ausgedehnt wurden.
 
Ein weiterer Vorfall ereignete sich ebenfalls in einer chemischen Produktionsanlage. Bei diesem Ereignis geriet eine Reaktionsmasse ausser Kontrolle, was zu einem ungewöhnlichen Druckanstieg führte. Es kam zu mehreren Explosionen und einem Folgebrand, welcher zu einer spektakulären Brandgaswolke führte. Die unmittelbar nach den ersten Explosionen und dem Brandausbruch durchgeführten Ausbreitungsrechnungen sowie umfangreiche Schadstoffmessungen in der Region bewiesen, dass die Brandgaswolke keine Schadstoffkonzentrationen enthielt, welche eine Gefahr für die Menschen und die Umwelt bildeten.

 


Brandgaswolke nach Explosion und Folgebrand in einer chemischen Produktionsanlage

Verursacher der Explosion war ein Wärmestau des Reaktorinhalts bis auf 100° Celsius, begünstigt durch die sommerliche Umgebungstemperatur während längerer Zeit. Die Firma hat das Verfahren untersucht und den Herstellungsprozess überarbeitet.
 
Aufgrund einer Missachtung der Arbeitsvorschriften kam es zu einem Ereignis beim Beladen einer Hydrieranlage mit Katalysator. Das fälschlich verwendete Methanol bildete Methanoldämpfe, welche sich beim Eintrag des Katalysators selbst entzündete. Der Mitarbeiter wurde verletzt und musste in Spitalpflege gebracht werden. Die Firma hat sowohl ihre Arbeitsvorschriften mit entsprechenden Kontrollpunkten und Anweisungen ergänzt als auch die Unterweisung des Betriebspersonals vertieft.



Einsätze Ereignisdienst Kantonales Laboratorium Basel-Stadt 1990 bis 2010. Im Gegensatz zur Tabelle des Kt. BL sind in diesen Zahlen nur die Ereignisse, bei denen der Ereignisdienst aufgeboten wurde, enthalten


Einsätze der Chemiefachberater Basel-Landschaft 1990 bis 2010