Entwicklung / Tendenzen

Mit der Einführung der neuen Agrarpolitik 1993 hat der Bundesrat einen grundlegenden Richtungswechsel der Landwirtschaft beschlossen. Weg von garantierten Preisen und Mengen hin zu mehr Markt und zur Ökologisierung der Landwirtschaft.

 

Ziel dieser Politik war die konventionelle Landwirtschaft mittels finanziellen Anreizen (flächen- und tierbezogenen Beiträgen) zu umweltschonenden Produktionsformen wie biologische Landwirtschaft oder integrierte Produktion (ÖLN) zu lenken.
 
Dieses Ziel wurde schneller erreicht als geplant, bereits 1999 wurde im Baselbiet nur noch 3% der landwirtschaftlichen Nutzfläche konventionell bewirtschaftet (Abb. 1). Seit 2000 findet keine Verschiebung der Anteile der verschiedenen Produktionsmethoden mehr statt.
 
Die Betriebe sind aus ökonomischen Gründen gezwungen sich auf wenige Betriebszweige zu spezialisieren, der vielseitige Landwirtschaftsbetrieb hat kaum noch Überlebenschancen.



Abb. 1: Entwicklung der Produktionsmethoden (Flächen)

Die Tabelle in Abb. 2 zeigt diese Entwicklung am Beispiel der Milchproduktion.
 
Die Anzahl der milchproduzierenden Betriebe in unserem Kanton hat seit der Liberalisierung des Milchmarktes 1999 um 36 % abgenommen. In der gleichen Zeitspanne wurden rund 6 Mio. kg Milch mehr produziert und die Produktion je Betrieb um 74 % gesteigert.
 
Dank den Direktzahlungen wurde im Bereich Tierschutz massive Verbesserungen herbeigeführt. So wurden 2007 1/3 der Milchkühe im Baselbiet in Freilaufställen gehalten und rund 2/3 regelmässigen Auslauf im Freien (Sommer und Winter) geboten. Grobe Verstösse gegen das Tierschutzgesetz beschränken sich auf wenige Einzelfälle und werden entsprechend mit empfindlichen Beitragskürzungen oder Verweigerungen geahndet.



Abb. 2: Entwicklung der Milchproduktion 1999-2008