Energiepolitik

Es gilt nach wie vor, dass primär der Energieverbrauch zu reduzieren bzw. die Effizienz zu steigern ist und sekundär der Restbedarf an Energie nachhaltig zu decken ist. Die Kantone sind eingebunden in das Programm «energieschweiz» des Bundes. Sie sind federführend bei der Umsetzung im Gebäudebereich und der Förderung von energieeffizienten Anlagen. Der Bund übernimmt die Federführung bei den serienmässig hergestellten Anlagen, Fahrzeugen und Geräten.
 
Reduktion des Energieverbrauchs
 
Zielvorgabe und gesetzlicher Standard: 2009/2010 erhielten beide Kantone eine neue Verordnung zum Energiegesetz mit z.T. erheblichen Verschärfungen. Die Anforderungen an die Gebäudehülle entsprechen denjenigen des Minergie-Standards. Die beiden Verordnungen sind inhaltlich weitgehend deckungsgleich, soweit dies die kantonalen Energiegesetze erlauben und sie bilden die Basis für einen konsequenten Vollzug. Mit dieser täglichen Kleinarbeit werden die geplanten Bauten und Anlagen auf den gesetzlich vorgeschriebenen Energieverbrauch geprüft. Schärfere Standards wie «Minergie» oder «Minergie P» sind freiwillig, Minergie-P-Neubauten werden finanziell gefördert.
 
Sanierung von Altbauten: In der Sanierung von Altbauten steckt ein grosses Einsparpotenzial, siehe auch Grafik im Abschnitt «Energieeffizientes Bauen». Die Verschärfungen in den neuen Verordnungen wirken sich auch in erheblichem Mass auf Sanierungen und sanierte Bauteile aus. Die gesetzlichen Massnahmen werden ergänzt durch die Anreizpolitik von Bund und Kantonen (siehe auch Kapitel «Förderung»).

Neue, erneuerbare Energien: Neben der Reduktion des Verbrauchs ist das Bereitstellen von umweltfreundlichen Energien eine zentrale Aufgabe der Energiepolitik. Im Berichtszeitraum sind folgende wesentliche Projekte bearbeitet worden:

 
Geothermie Heizkraftwerk: («hot dry rock»)
Die Bohrungen wurden Ende 2006 wegen der aufgetretenen Erderschütterungen eingestellt. Das Projekt wird aufgrund einer Risikoanalyse nicht weiter verfolgt.
Holzheizkraftwerk:
Das Projekt im Umfang von Fr. 30 Mio. wurde Ende 2008 in Betrieb genommen und läuft plangemäss. Die regionalen Wald- und Restholzaufkommen werden auf dem Areal der KVA zu thermischer und elektrischer Energie umgewandelt.
Vergärungsanlagen in Pratteln, Ormalingen und Liesberg
Bei der Autobahnraststätte bauten die IWB gemeinsam mit der Elektra Baselland eine Vergärungsanlage, welche biogene Reststoffe zu Gas aufbereitet und ins Netz bzw. zu den Tankstellen leitet. Eine weitere, kleinere Anlage wurde in Ormalingen gebaut, in Liesberg ist eine im Bau.
 


Die Vergärungsanlage in Pratteln hat im Jahr 2006 ihren Betrieb aufgenommen.

In Basel-Landschaft konnten viele neue Holzfeuerungsanlagen in Betrieb genommen werden. In Pratteln ging ein Holzgas-Blockheizkraftwerk für einen Wärmeverbund ans Netz.
Dampfturbine RSMVA:
In der «Regionalen Sondermüllverbrennungs-Anlage» (RSMVA) wird der hochgespannte Dampf nicht mehr adiabat «vernichtet», sondern über eine Dampfturbine zu Strom gewandelt.
In beiden Kantonen ist eine beträchtliche Zunahme an thermischen und photovoltaischen Solaranlagen zu verzeichnen (Siehe Kapitel «Erneuerbare Energien») Dazu beigetragen hat das «1000 Dächer-Programm» der IWB und das Programm"100jetzt" des Vereins "Energie Zukunft Schweiz" für Gemeinden.
 


Energie begleitet uns bei allem was wir tun. Der zunehmende Verbrauch der begrenzten Rohstoffe und dessen Auswirkungen werden zum globalen Problem.

Bewusstseinsbildung
Mit folgenden Projekten wurde die Energieproblematik weiten Kreisen bewusst gemacht:

 
Beide Kantone engagieren sich als «Pilotregion Basel» im Projekt NOVATLANTIS der 2000-Watt-Gesellschaft. Für Projekte mit Pilot- und Demonstrationscharakter hat der Grosse Rat für die Periode 2009-2012 einen weiteren Kredit von SFR 920'000.- gesprochen.
Die SUN21 wird weiterhin jährlich mit namhafter Unterstützung der beiden Kantone durchgeführt.
Beide Kantone engagieren sich beim Label «Energiestadt». Im Kanton Basel-Landschaft tragen 15 Gemeinden dieses Label. Im Stadtkanton haben die Gemeinde Riehen sowie die eigentliche Stadt Basel den «golden award»erhalten.
In Basel-Stadt wird das Projekt «Klimaneutralen Verwaltung» seit Mitte 2008 umgesetzt. Ziel ist es, den CO2-Ausstoss von Gebäudepark und der Fahrzeugflotte zu reduzieren und den verbleibenden Rest mit zugekauften Zertifikaten auszugleichen.
Zahlreiche Aktionen; verschiedene Zielgruppen (Autofahrer; Unternehmen der Energiebranche; Hausbesitzer; Mieter) wurden gezielt angesprochen und zu energieeffizienten Massnahmen animiert. Das Gebäudesanierungsprogramm BS, das Anfang 2008 gestartet wurde, führte zu einer beispiellosen Welle von Gesamtsanierungen an Wohngebäuden. Als Aktion wurde das Gebäudesanierungsprogramm inzwischen beendet und in die reguläre Förderung überführt.