Energie

Seit der ersten Energiekrise 1973 heisst die Devise «Energie-Sparen und Substituieren»! Diese Maxime gilt mehr denn je. Es droht aber das Scheitern der entsprechenden energiepolitischen Programme wie z.B. Erreichen der CO2-Ziele Schweiz. Die Ziele wurden bisher nicht erreicht.
 
Energie sei zu billig, klagte man während langem. Es fehle der Anreiz zum Sparen. Nachdem sich der Preis des Öls und der an den Ölpreis gekoppelten Energieträger innert weniger Jahre praktisch vervierfacht haben, müsste das Energiesparen zur Selbstverständlichkeit geworden sein. Ist es aber nicht! Noch immer gibt es Neubauten, welche die bis Mitte 2009 nicht sehr strengen gesetzlichen Energievorschriften gerade einhalten. Noch immer wird das grosse Sparpotential in bestehenden Bauten nicht durch eine Verbesserung der Wärmedämmung ausgeschöpft. Der Energieverbrauch steigt weiter, insbesondere im Mobilitätssektor.

 




Erstaunlicherweise fehlt nur selten der Wille zum Energiesparen. Die Ursachen liegen tiefer: Der wachsende Komfortanspruch an Wohnfläche (m2 pro Person) und Raumklima in Büros und Geschäften (immer wärmer im Winter und kühler im Sommer) sowie der stetig steigende Mobilitätsdrang fallen mehr ins Gewicht als sämtliche Bemühungen zur Reduktion des Verbrauchs. Die Schmerzgrenze scheint noch nicht erreicht, obwohl diese mehr und mehr fühlbar ist, gerade im Verkehr. Immer häufiger kollabiert das Verkehrssystem, die Stauzeiten steigen und die Fahrzeuge mutieren zu «Steh»zeugen. Trotz all dieser «guten Argumente» für bessere Energienutzung wird bei der Tätigung einer Investition (Hausbau etc.) keine Gesamtkostenbetrachtung während der Nutzungsdauer angewandt. Würde dies gemacht, wären die Kostenvorteile für Energieeffizienz-Investitionen klar erkennbar.
 
Die Produktion erneuerbarer Energien verzeichnet zwar beeindruckende Zuwachsraten. In absoluten Zahlen ist ihr Beitrag zum Gesamtenergieverbrauch aber immer noch von geringer Bedeutung. Schon in naher Zukunft wird sich zeigen, ob die bereits heute erkennbaren Probleme (oil peak, Stromlücke, globale Erwärmung) ausreichenden Druck erzeugen, damit beispielsweise das Ziel einer 2000 Watt-Gesellschaft erreicht werden kann. Letztlich haben wir aber gar keine andere Wahl, als die Energiepolitik nachhaltig zu entwickeln, denn wir (ver)brauchen unseren Heimatplaneten und seine Schätze. Uns hingegen braucht die Erde nicht …