Deponierung

Mit der Verbrennungspflicht für brennbare Siedlungs- und Bauabfälle und dem starken Ausbau des Bauabfall-Recyclings hat sich die Nutzung der Deponien stark verändert, doch bleiben sie weiterhin ein wichtiges Glied in der Entsorgungskette.
 
Die Anforderungen für Standort, bauliche Massnahmen und Betrieb der Deponien werden vom Bundesrecht vorgegeben, welches nur noch die nachfolgend beschriebenen drei Deponietypen zulässt.
 
Inertstoffdeponien
Auf Inertstoffdeponien dürfen nur mineralische Abfälle mit geringer Schadstoffbelastung und Löslichkeit abgelagert werden («inert» = unveränderlich). Neben sauberem Aushub, der nicht verwertet werden kann, gelangt daher heute zur Hauptsache Bauschutt (Backsteine, Ziegel, Eternit, Flachglas, etc.) auf Inertstoffdeponien. Demgegenüber werden Beton, Belag und Strassenkoffer weitgehend dem Recycling zugeführt und wieder im Baubereich eingesetzt. Eine weitere wichtige Ablagerungsfraktion auf Inertstoffdeponien macht inzwischen schwach verunreinigtes Aushubmaterial von belasteten Standorten aus, soweit dieses die strengen Inertstoff-Anforderungen erfüllt.

 


Inertstoffdeponie

In den vergangenen Jahren konnten im Kanton Basel-Landschaft verschiedene Standorte für Inertstoffdeponien raumplanerisch gesichert und bereits bestehende Anlagen durch Erweiterungsprojekte ausgebaut werden. Alle 6 Deponien verfügen über die erforderlichen Bewilligungen und haben bezüglich Materialkontrolle und Betrieb einen guten Standard erreicht. In den Bezirken Liestal, Sissach, Waldenburg und Laufen ist daher die Entsorgung von Aushub und Inertstoffen mit den bestehenden oder in Planung stehenden Deponien auch längerfristig gesichert.
 
Nachdem es bisher nicht gelungen ist, im Bezirk Arlesheim einen Standort für eine neue Inertstoffdeponie zu sichern, ist die Entsorgung für Aushub und Inertstoffe in der Agglomeration Basel nicht ausreichend gewährleistet. Bislang funktioniert der Export von sauberem Material in Kiesabbaustellen in Frankreich und Deutschland ohne grössere Probleme. Erfahrungen aus früheren Perioden zeigen aber, dass die Exporte auch sehr kurzfristig wieder eingeschränkt werden können, was die Agglomeration rasch in einen gewissen Entsorgungsengpass bringen könnte, da die Inertstoffdeponie in Oberwil nur eine sehr beschränkte Aufnahmekapazität hat. Entsprechende Planungsschritte zur Verbesserung der Entsorgungssicherheit wurden eingeleitet.
 
Reaktordeponien
In der Region stehen die beiden Deponien Elbisgraben (Liestal) und Hinterm Chestel (Liesberg) zur Ablagerung von Materialien zur Verfügung, bei denen mit gewissen Reaktionen nach der Ablagerung gerechnet werden muss (daher: Reaktordeponien). Während früher in beiden Deponien Siedlungsabfälle direkt eingelagert wurden, nehmen sie heute vor allem die Schlacken aus der Verbrennung von Abfällen auf. Daneben gelangen noch kleinere Mengen an Mischmaterialien (z.B. Strassenwischgut, organisch verunreinigter Aushub, teerhaltiger Beläge, etc.) auf die Reaktordeponien, welche über eine Basisabdichtung sowie eine Sickerwasser- und Gasbehandlung verfügen.

 

Aufgrund der hohen Rohstoffpreise lohnt sich inzwischen die Rückgewinnung der Metalle aus der Kehrichtschlacke. Seit dem Jahr 2002 wird die Schlacke daher in Liesberg vor der Ablagerung von Metallen befreit (u.a. 2’700 Tonnen Eisen pro Jahr) und im Elbisgraben wurden die bestehenden Ablagerungen gesamthaft nachbehandelt. Die heute verfügbare Technik erlaubt es dabei, auch die Nichteisen-Metalle (Aluminium, Kupfer, Messing, Bronze etc.) aus der Schlacke abzuscheiden. Dank dieser Massnahmen kann wertvoller Deponieraum gespart und ein weiterer Rohstoffkreislauf geschlossen werden.

 


Schlackeaufbereitung

Reststoffdeponie
Die der Deponie Elbisgraben (Liestal) angegliederte Reststoffdeponie dient der Ablagerung von Abfällen, welche langfristig stabil sind, aber teilweise erhöhte Schadstoffgehalte (v.a. Schwermetalle) enthalten. Diese Reststoffe stammen vor allem aus Verbrennungsprozessen (Klärschlammasche, Filterstäube, gewisse Schlacken) oder aus industriellen Prozessen. Daneben kann aber auch bei der Sanierung belasteter Standorte Aushub- oder Abbruchmaterial mit Reststoffqualität anfallen.

 


Reststoffdeponie Elbisgraben

Die Anforderungen an die Ablagerungsstoffe sind so ausgestaltet, dass Reststoffdeponien keine Entgasung erfordern und auch auf lange Frist nur ein minimaler Betreuungs- und Überwachungsaufwand zu erwarten ist.