In den vergangenen Jahren konnten im Kanton Basel-Landschaft verschiedene Standorte für Inertstoffdeponien raumplanerisch gesichert und bereits bestehende Anlagen durch Erweiterungsprojekte ausgebaut werden. Alle 6 Deponien verfügen über die erforderlichen Bewilligungen und haben bezüglich Materialkontrolle und Betrieb einen guten Standard erreicht. In den Bezirken Liestal, Sissach, Waldenburg und Laufen ist daher die Entsorgung von Aushub und Inertstoffen mit den bestehenden oder in Planung stehenden Deponien auch längerfristig gesichert.
Nachdem es bisher nicht gelungen ist, im Bezirk Arlesheim einen Standort für eine neue Inertstoffdeponie zu sichern, ist die Entsorgung für Aushub und Inertstoffe in der Agglomeration Basel nicht ausreichend gewährleistet. Bislang funktioniert der Export von sauberem Material in Kiesabbaustellen in Frankreich und Deutschland ohne grössere Probleme. Erfahrungen aus früheren Perioden zeigen aber, dass die Exporte auch sehr kurzfristig wieder eingeschränkt werden können, was die Agglomeration rasch in einen gewissen Entsorgungsengpass bringen könnte, da die Inertstoffdeponie in Oberwil nur eine sehr beschränkte Aufnahmekapazität hat. Entsprechende Planungsschritte zur Verbesserung der Entsorgungssicherheit wurden eingeleitet.
Reaktordeponien
In der Region stehen die beiden Deponien Elbisgraben (Liestal) und Hinterm Chestel (Liesberg) zur Ablagerung von Materialien zur Verfügung, bei denen mit gewissen Reaktionen nach der Ablagerung gerechnet werden muss (daher: Reaktordeponien). Während früher in beiden Deponien Siedlungsabfälle direkt eingelagert wurden, nehmen sie heute vor allem die Schlacken aus der Verbrennung von Abfällen auf. Daneben gelangen noch kleinere Mengen an Mischmaterialien (z.B. Strassenwischgut, organisch verunreinigter Aushub, teerhaltiger Beläge, etc.) auf die Reaktordeponien, welche über eine Basisabdichtung sowie eine Sickerwasser- und Gasbehandlung verfügen. |