Überblick
Im Kanton Basel-Stadt wurden in den letzten Jahren im Rahmen der Altlastenbearbeitung insgesamt 124 Ablagerungsstandorte (Deponien, Auffüllungen) erfasst. Nach der Bewertung mussten 54 dieser Standorte als «mit Abfällen belastet» klassiert und in den öffentlich zugänglichen Kataster der belasteten Standorte übernommen werden. Über 50 Ablagerungen konnten nach einer historischen bzw. technischen Prüfung als unbelastet oder als bereits saniert bewertet und in einem behördeninternen Verzeichnis archiviert werden. Die restlichen Ablagerungsstandorte fallen in die Zuständigkeit des Bundesamts für Verkehr, befinden sich in den Chemie-Arealen oder den Hafenarealen St. Johann und Kleinhüningen und werden im Rahmen der dort laufenden Altlastenbearbeitung bearbeitet. Lediglich fünf kleinere Ablagerungen sind noch nicht abschliessend bewertet.
Von den im Kataster eingetragenen Deponien enthalten 18 Standorte ausschliesslich Bauschutt und Aushubmaterial, 3 Standorte enthalten auch Abfälle aus der Chemischen Industrie, die restlichen Standorte sind Mischdeponien aus Bauschutt, Gewerbe-Abfällen und Aushubmaterial. 5 Deponien müssen zur Zeit regelmässig durch Grundwasseranalysen überwacht werden.
Beispiel Deponie Maienbühl Die Deponie Maienbühl ist im Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Es handelt sich um eine sog. Mischdeponie mit Hauskehricht, Gewerbeabfällen, Bauschutt, Aushubmaterial, Industrieabfällen und geringen Mengen Chemieabfall. Im Sickerwasser der Deponie und in der 650m entfernten hinteren Auquelle werden seit 1996 geringe Konzentrationen von Pharmawirkstoffen gefunden.
Um eine Gefährdungsabschätzung vornehmen zu können wurde das Einzugsgebiet und die Sickerpfade im Umfeld des Deponiekörpers technisch untersucht. Dabei konnten Pharmawirkstoffe in der hinteren Auquelle nachgewiesen werden, während die umliegenden Quellen und der Aubach diese Stoffe nicht enthielten. Allerdings kann nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden, dass ein Teil des Deponieabstroms in die Grundwasserschutzzone Lange Erlen gelangt.
Ende 2007 wurden innerhalb von drei vermuteten Hot Spots in den Deponien Maienbühl und Mönden 32 Sondierungen vorgenommen, die keine Hinweise auf grössere zusammenhängende Schadstoffreservoire ergaben.
Gestützt auf die bislang vorliegenden Resulate haben das AUE BS und das BAFU die Deponie Maienbühl als überwachungsbedürftig eingestuft. Mit der Überwachung des Grundwassers im Abstrom der Deponien soll sichergestellt werden, dass allfällige Veränderungen der Schadstoffkonzentrationen rechtzeitig erkannt und nötigenfalls Massnahmen ergriffen werden können. Dazu wurde im Herbst 2008 eine Bohrung bis in eine Tiefe von 95 m unterhalb der heutigen Kompostieranlage abgeteuft und als zusätzliche Messstelle eingerichtet.
Seit Anfang 2009 wird die Deponie Maienbühl mit einem hinsichtlich Messstellen, Intervall und Parameterliste angepassten Programm überwacht. Ende 2011 werden die so erhaltenen Ergebnisse ausgewertet.
Detaillierte Untersuchungsergebnisse werden auf der Homepage der Gemeinde Riehen publiziert (www.riehen.ch). |