Deponien Basel-Landschaft

Ehemalige Deponien in Basel

In der Region Basel befinden sich mehrere ehemalige Deponien, in denen unter anderem auch Abfälle der chemischen Industrie abgelagert worden sind. Sie rufen besonders öffentliches Interesse hervor.

Muttenzer Deponien

Die drei Deponien Feldreben, Margelacker und Rothausstrasse in Muttenz wurden in den Jahren 2003 bis 2008 von einem Projektteam, bestehend aus Vertretern der Chemie, der Gemeinde Muttenz, weiterer Direktbetroffener und Experten bearbeitet. So wurden eine historische sowie sehr weit gehende technische Untersuchungen durchgeführt. Anfang 2008 hat das AUE die Federführung in der Deponiebearbeitung in Muttenz übernommen. Von Januar bis März 2008 wurden Gespräche mit den bisherigen Verfassern der Berichte und externen Experten geführt und die Untersuchungsberichte eingehend studiert.

Das AUE hat die Deponie Feldreben als sanierungsbedürftig und die Deponien Rothausstrasse und Margelacker als überwachungsbedürftig eingestuft.

Das AUE sieht in einer Situationsanalyse einige offene Punkte, die geklärt werden müssen. So fehlen altlastenrechtliche Beurteilungswerte für einige Substanzen und der Umgang mit unbekannten Substanzen - Stoffe, die bei den Screenings gefunden wurden, die bisher aber nicht eindeutig identifiziert werden können - wurde noch nicht geklärt. Zudem sollen weitere Untersuchungen über den Abstrom der Deponien Feldreben und Rothausstrasse durchgeführt werden.
Bei der sanierungsbedürftigen Deponie Feldreben muss nun die Detailuntersuchung ergänzt werden, damit das AUE anschliessend die Sanierungsziele festlegen kann. Dabei geht es unter anderem um die Verteilung der Schadstoffe im Deponiekörper und der Belastung des für die Sanierung nicht zugänglichen Felsuntergrundes mit DNAPL (Dense Non Agueous Phase Liquides). Dies sind schlecht wasserlösliche Kohlenwasserstoffe mit einer höheren Dichte als Wasser. Sie lagern sich an der Basis des Grundwasserleiters an und sind somit nicht mehr aus der Umwelt entfernbar. Die Kenntnis über den Anteil der Grundwasserbelastung aus dem Fels ist entscheident, um den Erfolg der Deponiesanierung abschätzen zu können. Des weiteren sollen die sanierungsrelevanten Stoffgruppen eruiert und Frachtberechnungen zur Bestimmung der Menge an Stoffen, die aus der Deponie ins Grundwasser gelangen, ermittelt werden.

An fünf runden Tischen zum Vorgehen mit den drei Deponien seit September 2008 bis Februar 2009 hat das AUE alle direktbetroffenen (Grundstückbesitzer, Abfallerzeuger, Deponiebetreiber und das Bundesamt für Umwelt) eingeladen. Das Ziel der runden Tische ist, einen Konsens über das weitere Vorgehen und die Kostentragung zu finden und somit einen Rechtsstreit, der die Deponiebearbeitung auf mehrere Jahre verzögern könnte, zu verhindern.

Für das weitere technische Vorgehen wurden an den runden Tischen Pflichtenhefte erarbeitet und darauf basierend Konzepte für die Überwachung der Deponien Rothausstrasse und Margelacker und für die ergänzende Detailuntersuchung der Deponie Feldreben erstellt und verabschiedet. Diese Konzepte wurden dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), als wesentlicher Finanzpartner zur Beurteilung unterbreitet. Das BAFU übernimmt 40% der als altlastenrechtlich notwendigen Massnahmen aus dem VASA-Fonds. In seiner Beurteilung hat das BAFU sämtliche Massnahmen für alle drei Deponien als sinnvoll erachtet und übernimmt Kosten i Höhe von rund CHF 900'000.-. Bei den Deponien Rothausstrasse und und Margelacker sind in den Konzepten jedoch Massnahmen enthalten, die zwar sinnvoll für die Beurteilung der Überwachung, jedoch nicht altlastenrechtlich zwingend notwendig sind. Der Kanton übernimmt in diesem Falle die Kosten von rund CHF 300'000.- für diese zusätzlichen Massnahmen.

Elsässer Deponien

Angrenzend an die Gemeinden Allschwil und Schönenbuch befinden sich auf französischen Hoheitsgebiet mehrere ehemalige Deponien u.a. auch  mit Chemie - Abfällen. Die altlastenrechtliche Beurteilung sowie das Einleiten von Massnahmen obliegen den französischen Behörden.

Die Berichte der Deponieuntersuchungen sind zu finden unter:
http://www.developpement-durable.gouv.fr/

Im Zuständigkeitsbereicht des AUE liegt die Überwachung von Grund- und Oberflächengewässern auf schweizerischem Gebiet im Hinblick auf eine allfällige Gefährung der schweizerischen Bevölkerung durch Stoffe, welche aus den ehemaligen Deponien stammen könnten. Bei den alle 9 Monate durchgeführten Spurenstoff-Analysen konnte bisher keine Belastung des Trinkwassers festgestellt werden. In einigen Piezometern (Grundwasseraufschlüsse) wurden Stoffe festgestellt, die auf einer bisher nicht berücksichtigten weiteren Deponie auf französisches Seite (Deponie Grien) an der Landesgrenze zu Schönenbuch hindeuten.

Das AUE hat deshalb Ende 2009 Bohrungen zur Erfassung des Abstroms der beiden Ablagerungen abgeteuft und Anfan 2010 eine erste Grundwasserprobenahme durchgeführt