Bodenschonendes Bauen

Beim Bauen geht nicht nur Bodenfläche verloren, es wird auch viel Boden umgelagert oder temporär beansprucht. Der sorgfältig geplante Umgang mit dem Boden sorgt dafür, dass dieser nicht unnötig belastet oder gar zerstört wird. Ebenso gilt es zu vermeiden, dass belasteter Boden unkontrolliert wieder verwertet wird und so neue Belastungsflächen entstehen.
 
Gesunder Boden vor und nach dem Spatenstich
In den letzten Jahren hat sich der schonende Umgang mit Boden bei Bauvorhaben als «Gute fachliche Praxis» immer mehr durchgesetzt. Auslöser dafür war ein grösseres Bewusstsein für dieses Umweltgut sowie verschiedene Richtlinien und Fachnormen zum Thema. Es ist heute bei grösseren bodenrelevanten Vorhaben Standard, den Umgang mit dem Boden sorgfältig zu planen und umzusetzen.
 
Die Kantone setzen dies besonders bei grossen Vorhaben mit Auflagen in Baubewilligungen und im Rahmen von Umweltverträglichkeitsprüfungen durch. Die Überwachung erfolgt durch eine so genannte Bodenkundliche Baubegleitung. Diese unterstützt die Bauherrschaft bei der Planung, der Submission sowie in der Bau- und Rekultivierungsphase.
 
Kernpunkte des schonenden Umgangs mit Boden sind: möglichst wenig Bodenfläche beanspruchen, Maschinen überlegt einsetzen, Sorge tragen zum Ober- und Unterboden, Böden begrünt zwischenlagern, Böden sorgfältig wieder aufbauen und wiederhergestellte Böden ruhen lassen.
 
Nur trockener Boden ist tragfähig
Gesunder Boden besteht zur Hälfte aus Hohlräumen. Sie lassen Luft und Wasser im Boden zirkulieren. Werden diese Hohlräume zerstört, spricht man von verdichtetem Boden. Wasser kann nicht mehr versickern, Pflanzenwurzeln können nicht mehr wachsen und es fehlt der Sauerstoff für die Bodenlebewesen. Boden ohne Hohlräume ist tot.
 
Je trockener ein Boden ist, umso eher vermag er schwere Bau- oder Landwirtschaftsmaschinen zu tragen, ohne dass er irreparabel verdichtet wird. Wir haben deshalb in der Region ein so genanntes «Messnetz Bodenfeuchte» eingerichtet. Es zeigt an, ob die Böden genügend tragfähig sind zum Befahren und Bearbeiten. Die Daten können über das Internet abgerufen werden. Die Messung der Bodenfeuchte ist auf bodenrelevanten Grossbaustellen heute üblich. Ebenfalls über das Internet abrufbar sind Angaben zur Verdichtungsempfindlichkeit der Böden in der Region.

 


Das Tensiometer misst die Bodenfeuchte


Besondere Regeln für schadstoffbelastete Böden
Wird Boden (Ober- und Unterboden) abgeschält, sollte er in der Regel wieder verwertet werden. Dabei muss aber vermeiden werden, dass mit Schadstoffen belasteter Boden unkontrolliert wieder verwertet wird. Der Bund hat dazu Richtlinien erlassen.
 
Um ausgehobenen Ober- und Unterboden beurteilen zu können, sind entweder bereits gute Kenntnisse der Belastung oder direkte Analysen auf mögliche Schadstoffe nötig. Nur so lässt sich ein unkontrollierter Schadstofftransfer vermeiden. Die Kantone untersuchen deshalb die Böden grossräumig auf Belastungen. Damit ist aber nicht jede Belastung erfassbar. Bei grösseren Vorhaben sind zusätzliche Abklärungen im Rahmen der Baubewilligung nötig.
 
Vorbild Kantone
Die Kantone als Bauherren haben eine Vorbildfunktion. Sie sind vor allem mit Grossvorhaben wie Hochleistungsstrassen, mit so genannten Meliorationseingriffen in der Landschaft sowie mit Renaturierungen bodenrelevant tätig. Sie sind gefordert und auch Willens, bodenschonend zu bauen.

 


Begrüntes Bodendepot bei der Renaturierung des Eibachs


Links:
Liste der Bodenkundlichen Baubegleiter BGS:
» www.soil.ch
 
Messnetz Bodenfeuchte in der Region:
» www.tensiometer.bl.ch
 
Verdichtungsempfindlichkeit der Böden in der Region:
» www.geo.bl.ch/parzis/automap.jsp
 
Wegleitung Verwertung von Bodenaushub:
» www.bafu.admin.ch/publikationen/index.html
 
Bodenschutz im Hochbau: Tipps und Richtlinien für die Planung:
» www.bodenschutz-lohnt-sich.ch