Behandlung der Sonderabfälle

Aufgrund ihrer Wirtschaftsstruktur ist die Region Basel ein wichtiger Entstehungsort für Sonderabfälle, doch können diese dank dem breiten Spektrum an Behandlungsanlagen auch weitgehend in der Region entsorgt werden. Daneben werden in der Region auch grössere Sonderabfallmengen für den Weitertransport per Schiff und Bahn umgeschlagen und es besteht eine enge Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus.

 

Regionale Sondermüllverbrennungsanlage Basel (RSMVA) und Lösungsmittel-Verbrennungsanlage Schweizerhalle (LMV)
Die von der damaligen Ciba-Geigy projektierte und gebaute Regionale Sondermüllverbrennungsanlage (RSMVA) ist seit 1996 in Betrieb und ermöglicht dank moderner Technologie die umweltgerechte Entsorgung aller Arten von brennbaren Sonderabfällen. Die Anlage wird heute zusammen mit der spezialisierten Lösungsmittelverwertungsanlage (LMV) in Schweizerhalle von der Valorec Services AG betrieben und hat über die Region hinaus einen wichtigen Stellenwert erlangt.
 
2010 konnten von der RSMVA insgesamt 29'600 t Sonderabfälle behandelt werden, darin eingeschlossen rund 7’000 t heizwertreiche Lösungsmittel, die sicherstellen, dass die erforderliche Verbrennungstemperatur und Aufenthaltsdauer jederzeit eingehalten werden. Dank Anschluss an das Industrie- und Fernwärmenetz erreicht die RSMVA auch eine gute Wärmenutzung.

 


Regionale Sondermüllverbrennungsanlage (RSMVA) Basel


Auch die spezialisierte Lösungsmittel-Verbrennungsanlage (LMV) in Schweizerhalle ist mit 53’000 t (2005) behandelter Sonderabfälle ein wichtiger Pfeiler der Entsorgungswirtschaft. Rund 88% der behandelten Abfälle stammen aus der Region (BS, BL, Fricktal, Südbaden, Elsass).
 
Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) und Heizzentrale Clariant AG
Die Ende der Neunzigerjahre modernisierte Kehrichtverbrennungsanlage Basel verfügt über wirkungsvolle Rauchgas-Reinigungssysteme und ist daher in der Lage, bestimmte Sonderabfälle ohne Umweltgefährdung zu verbrennen. Das gleiche gilt für die Heizzentrale der Clariant AG in Muttenz, welche beispielsweise schwach belastete Lösungsmittel und Verpackungen von Chemikalien im grösseren Umfang verbrennt.

 


Rauchgasreinigungsanlagen auf dem Dach der KVA Basel

Im Durchschnitt der letzten Jahre nahm die KVA jährlich rund 2’000 t Sonderabfälle zur Behandlung entgegen. Bei der Heizzentrale der Clariant AG waren es jährlich rund 8’500 t Sonderabfälle, die thermisch behandelt wurden.
 
Beide Anlagen nutzen die produzierte Wärme und tragen so zur Verminderung des regionalen Verbrauchs an fossilen Energieträgern bei.
 
Deponieanlage Elbisgraben
Die Deponierung von Sonderabfällen beschränkt sich heute auf wenige Abfallarten, für die eine weitergehende Behandlung kaum sinnvoll ist und bei denen auch auf lange Sicht keine Umweltbeeinträchtigung zu erwarten ist. Es handelt sich insbesondere um Schlacken, Aschen und Bodenaushub, der mit anorganischen Stoffen verunreinigt ist.

 


Schlacke aus industriellen Prozessen

In den letzten Jahren wurden auf der Deponie Elbisgraben bei Liestal durchschnittlich rund 25’000 t Sonderabfälle abgelagert, wovon rund 20’000 t den Schlacken und Aschen zuzurechnen sind.
 
Behandlung in anderen Regionen und Export
Aufgrund einer gewissen Aufgabenteilung bei der Sonderabfall-Behandlung werden auch grössere Mengen an Sonderabfällen aus unserer Region in anderen Kantonen und ca. 15’000 t Sonderabfälle in ausländischen Anlagen behandelt oder entsorgt. Bei den Exporten haben insbesondere die Elektrofilteraschen und Schlämme aus der Rauchgasreinigung von Abfallverbrennungsanlagen einen wichtigen Anteil. Diese gelangen grösstenteils in deutsche Untertage-Deponien. Metallhaltige Schlämme können heute z.T. auch in Hüttenwerken, welche auf die Rückgewinnung von Metallen spezialisiert sind, weiterverarbeitet werden.

 

Links:
Kehrichtverbrennungsanlage Basel:
» www.iwb.ch

Sondermüll-Verbrennungsanlage:
» www.valorec.ch