Auslastung der KVA


Nach dem Bundesgesetz über den Umweltschutz sind die Kantone verpflichtet, eine Abfallplanung durchzuführen. Sie haben dafür zu sorgen, dass für Siedlungsabfälle ausreichende Behandlungskapazitäten bestehen. Dadurch sollen kostspielige Überkapazitäten vermieden und die Investitionen der öffentlichen Hand geschützt werden.

 

Das Planungsgebiet KVA Basel umfasst die Kantone BS und BL, das untere Fricktal (AG), das Schwarzbubenland (SO) sowie den Landkreis Lörrach. Diese Gebietskörperschaften haben sich mit langfristigen Verträgen an die Anlage gebunden und sich zur Anlieferung von jährlich 223'000 Tonnen Abfall verpflichtet. Letztes Jahr (2010) wurden 218'894 Tonnen an die KVA Basel angeliefert. Die Anlage kann jährlich rund 210'000 Tonnen verarbeiten. Allfällige zusätzliche Abfälle werden im Bunker der KVA zwischengelagert und später verbrannt.

In der Schweiz bestehen regional gewisse Überkapazitäten bei der Kehrichtverbrennung, was in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass schlecht ausgelastete Anlagen versuchten, mittels Tiefstpreisen zusätzliche Abfälle an sich zu binden. Die KVA Basel konnte sich wegen der von der Regierung festgelegten Verbrennungstarife nicht an diesem Preiskampf beteiligen, gewisse Abfallmengen wanderten in der Folge in andere Anlagen ab.

Seit dem Deponieverbot in Deutschland kommen von dort erhebliche Abfallmengen in die Schweiz, was dazu führt, dass sämtliche KVA's unseres Landes optimal ausgelastet waren, so auch die KVA Basel. Dank dieser Entwicklung ist der aggressive Preiskampf zwischen den inländischen Anlagen abgeflaut. Inzwischen erhielt die KVA Basel die Kompetenz, ihre Verbrennungsgebühren flexibler festzulegen. Dieser Umstand und die deutlich gestiegenen Energieerlöse sollten dazu führen, dass die Anlage auf dem Markt konkurrenzfähig ist, wenn die deutschen Abfallmengen zurückgehen und wieder ein Preiskampf zwischen den inländischen Anlagen geführt wird.



Einzugsgebiet der KVA Basel

Damit die Anlage auch künftig optimal ausgelastet ist, wurden zudem folgende Massnahmen eingeleitet:

 
Grösseren Betrieben wurde das Angebot unterbreitet, sich längerfristig an die Anlage zu binden und dafür die Garantie zu erhalten, die eigenen Abfälle auch in Zukunft in Basel entsorgen zu können. Mittlerweile haben 100 Betriebe eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.
Wenn zu viele Abfälle in die KVA Basel geliefert werden, sodass ihr Mehrkosten für die Umleitung in andere Anlagen entstehen, kann sie diese Mehrkosten jenen Lieferanten anlasten, die vertraglich nicht an die KVA Basel gebunden sind.
Mit den Ostschweizer KVA's konnte eine Vereinbarung unterzeichnet werden, gemäss welcher man sich bei Verbrennungsengpässen gegenseitig aushilft.