Art und Mengen der Sonderabfälle

In der Region Basel fallen aufgrund des grossen Stellenwerts der chemischen Industrie recht grosse Mengen an Sonderabfällen an. Die Mengenentwicklung wird dabei stark von der Konjunktur sowie von der Verlagerung von Produktionen, bzw. dem Trend zu Spezialisierung beeinflusst.

Sonderabfälle aus Industrie und Gewerbe
In den Betrieben der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft fielen im Jahr 2010 gesamthaft ca. 247'628 t Sonderabfälle an. Die Tabelle 1 zeigt, wie sich die Mengen für die Jahre 2009 und 2010 auf die einzelnen Abfallkategorien gemäss der Verordnung über den Verkehr mit Abfällen (VeVA) verteilen.   Die Zahlen in der Tabelle zeigen, dass in Basel-Stadt die Gesamtmenge der Sonderabfälle innerhalb der letzten 2 Jahre leicht abgenommen hat, während sie in Basel-Landschaft um rund 20 % gewachsen ist.



Sonderabfallmengen 2009 und 2010 in Basel-Stadt und Basel-Landschaft

In Basel-Stadt haben sich die Sonderabfall-Mengen gegenüber den Zahlen von 1991 kaum wesentlich verändert und weisen nach einem Maximum im Jahr 1996 eine leicht sinkende Tendenz auf. Dies dürfte in erster Linie Folge von Produktionsverlagerungen bei den grossen Chemiebetrieben sein, da die Areale auf Stadtgebiet mehr und mehr zu reinen Forschungsstandorten werden.
 
In Baselland ist dagegen ein genereller Anstieg der Sonderabfallmengen zu verzeichnen, der in erster Linie auf die verstärkte Produktion in der chemischen Industrie zurückzuführen ist (starker Anstieg bei den Lösungsmittel-Abfällen). Durch Prozessoptimierungen werden heute zwar vermehrt Abfälle vermieden oder werksintern wiederaufbereitet, doch führt die grosse Nachfrage in verschiedenen Bereichen auch zu wesentlichen Produktionssteigerungen mit entsprechend höheren Sonderabfallmengen.


Insofern ist die Sonderabfallmenge stets auch ein Stück weit Konjunktur-Barometer und lässt sich nur schwer prognostizieren. Tendenziell ist aber sicher eher mit sinkenden Mengen zu rechnen, weil:

 
die Prozessoptimierungen in der chemischen Industrie weitergeführt werden;
der Trend zu wertschöpfungsintensiver Produktion (mit weniger Abfallaufkommen) anhält;
hohe Rohstoffpreise und mögliche Einsparungen bei den Entsorgungskosten die Abfallvermeidung lohnender machen.
 

Sonderabfälle aus Haushalten
Für die in Haushalten anfallenden Sonderabfälle besteht einerseits die Rückgabemöglichkeit an die Verkaufsstellen (1. Priorität), andererseits bieten Kanton und Gemeinden verschiedene Sammeleinrichtungen an. Aufgrund von Vereinbarungen mit den Drogerien und Apotheken nehmen diese von der Bevölkerung Kleinmengen an Sonderabfällen – unabhängig von deren Herkunft – an. Die Kantone übernehmen dieses Sammelgut, leiten es der richtigen Entsorgungseinrichtung zu und belasten die Kosten der Abfallrechnung. Daneben betreibt Basel-Stadt permanente Sammelstellen in der Kehrichtverbrennungsanlage sowie den beiden Recyclingparks und Basel-Landschaft bei der ARA Birs 2. Im Abstand von ca. 2 Jahren bieten auch die Gemeinden zusammen mit Fachfirmen ihrer Bevölkerung die Gelegenheit, Altbestände an Sonderabfällen zu räumen und einer korrekten Entsorgung zuzuführen.

 


Periodische Sammlung von Sonderabfällen in einer Gemeinde

Gesamthaft werden über die öffentliche Sammelinfrastruktur in den beiden Kantonen jährlich rund 200-250 t Sonderabfälle aus Haushalten gesammelt. Über die Jahre hinweg ist eine sinkende Tendenz bei den Sammelmengen zu beobachten, die auf den verstärkten Rücklauf über die Verkaufsstellen zurückgeführt werden kann. Zudem ist zu vermuten, dass sich die Altbestände bei den Haushalten allmählich entleeren und beim Kauf neuer Produkte doch eine gewisse Bevorzugung von unproblematischen Produkten stattfindet.