Abwasserreinigung

Drei zentrale Kläranlagen, eine kommunale und zwei industrielle, sorgen in Basel-Stadt für die Reinigung der gesamten Abwässer des Kantons. Von den Kläranlagen in Basel-Landschaft sind insbesondere die ARA Birs 2 und die ARA Ergolz hervorzuheben. Insgesamt arbeiten alle Kläranlagen gut. Es werden jedoch immer noch diverse unerwünschte Stoffe in die Gewässer abgegeben.
 
Restbelastung der Gewässer durch die Kläranlagen in BS und BL
Anschaulich dargestellt werden kann die Restbelastung der Kläranlagenausläufe durch die nicht abgebaute organische Belastung der gereinigten Abwässer. Diese gelangen mit dem Auslauf in die verschiedenen Vorfluter, die Gewässer. Das Mass für diese organische Restbelastung ist der «gelöste organische Kohlenstoff» (DOC).



Die Entwicklung des DOC der Abwasserreinigungsanlagen der beiden Kantone

Nicht abbaubare organische Verbindungen in Fliessgewässern eine Gefahr?
Zunehmende Probleme entstehen durch eine Vielzahl von Stoffen, die in den Kläranlagen nicht abgebaut werden können (refraktäre organische Verbindungen oder ROC). Diese gelangen sowohl durch industrielle Tätigkeiten als auch durch die Anwendung über die Abwassersysteme in die Gewässer. Dazu zählen auch die Pharmawirkstoffe, Antibiotika und die breite Gruppe der hormonaktiven Stoffe.
 
Seit der Feststellung eines starken Rückgangs der Fischpopulationen in der Schweiz, werden im Rahmen des Projektes «Fischnetz» die Ursachen erforscht. Dabei wurde festgestellt, dass die strukturellen Veränderungen der Fliessgewässer und persistente, in den Abwasserreinigungsanlagen nicht abbaubare Stoffe, negative Auswirkungen haben und die Fische schädigen. Einerseits wurden diesbezüglich hormonelle Einflüsse und andererseits Organschädigungen bei den Fischen durch Industriechemikalien und Medikamente vermutet. In Bezug auf die Wirkung dieser Stoffe, welche durch Einleitung der gereinigten Abwässer und Oberflächenabschwemmungen aus den Abwasserreinigungsanlagen in die Fliessgewässer gelangen, steht die Forschung noch am Anfang. Sicher ist, dass diese Stoffe auch in das Trinkwasser gelangen, wenn sie nicht durch aufwändige Reinigungsverfahren aus dem Abwasser eliminiert werden.
 
Unter der Federführung des Bundesamts für Umwelt wird diese Problematik im Rahmen verschiedener Forschungsarbeiten untersucht.

 

Schwermetallfrachten der Kläranlagen in BS
Erfreulich ist der kontinuierliche Rückgang der Schwermetallfrachten der Kläranlagen in Basel-Stadt. Damit kann der Vertrag mit Rotterdamm, durch den im gesamten Rheineinzugsgebiet die Schwermetallemissionen reduziert werden sollen, mehr als eingehalten werden.



Schwermetallfrachten 2000 bis 2005, Angabe in Kilogramm pro Jahr.