Abfälle aus Industrie und Gewerbe

In vielen Gewerbebetrieben fallen vermischte Abfälle an, welche von ihrer Zusammensetzung her als Siedlungsabfälle einzustufen sind (vermischte Abfälle aus Produktion und Büro, Verpackungsmaterialien, etc.). Ihre Menge beläuft sich in den beiden Basler Kantonen schätzungsweise auf jährlich rund 40'000 Tonnen.

 

Kontrollen der betrieblichen Abfallflüsse zeigen, dass die separate Erfassung und Verwertung der gängigen Wertstoffe (Papier, Karton, Holz, etc.) in vielen Betrieben wesentlich verbessert werden kann und vielfach noch nicht das Niveau der Haushalte erreicht. Daneben fallen in Betrieben teilweise auch grosse Mengen spezieller Abfälle (z.B. Kunststofffolien, Styropor, etc.) an, für die durchaus Verwertungsmöglichkeiten bestehen.
 
Ähnliches gilt für Speiseabfälle aus der Gastronomie, die heute mehrheitlich für die Schweinemast aufbereitet werden, teilweise aber auch in die KVA gelangen. Die Verwertung dieser Abfälle in der Landwirtschaft wird heute zunehmend in Frage gestellt und in Zukunft wohl verboten. Auch die Entsorgung in der KVA ist aufgrund des geringen Energiegewinns nicht optimal. Mit der neuen Vergärungsanlage in Pratteln steht nun jedoch ein alternativer Entsorgungsweg zur Verfügung, bei welchem die Bioabfälle mit einem hohen Wirkungsgrad als CO2-neutraler Energieträger genutzt werden können.
 
Für die Umweltbehörden beider Kantone besteht im Gebiet der Industrie- und Gewerbeabfälle nach wie vor Handlungsbedarf. Viele Betriebe sind sich noch zu wenig bewusst, dass sich das Recycling der Abfälle gegenüber der Verbrennung in den meisten Fällen auch finanziell bezahlt macht. Diesen Sachverhalt gilt es vermehrt zu thematisieren und die Verantwortlichen auf die ökologischeren Alternativen und die Möglichkeiten eines zeitgemässen Abfallmanagements aufmerksam zu machen.
 
In letzter Zeit hat die Entsorgung über Mulden (Presscontainer, Grossmulden) stark an Bedeutung gewonnen. Diese gelangen in der Regel nicht mehr direkt in die Verbrennung, sondern in eine Sortieranlage, wo gewisse Wertstoffe und unbrennbare Anteile abgetrennt und grobe Anteile für die Verbrennung zerkleinert werden. Unerfreulich ist diese Entwicklung, wenn die Betriebe ihre interne Abfallbewirtschaftung in der Meinung vernachlässigen, die Trennung und Verwertung der Abfälle erfolge nachträglich in der Sortieranlage. Dies ist jedoch meist nur noch in beschränktem Masse möglich, da Wertstoffe aus den Mulden oft verschmutzt oder zu stark mit andern Abfällen vermischt sind. Die Entsorgung via Muldensysteme sollte daher auf Betriebe beschränkt werden, die ein vorbildliches Abfallkonzept haben und ihre Abfälle weitgehend bereits am Anfallsort trennen.
 
In den nächsten Jahren gilt es für die beiden Kantone im Bereich der betrieblichen Abfallentsorgung folgende Schwerpunkte zu setzen:

 
Die Möglichkeiten des Recyclings sollen vermehrt kommuniziert und Betriebe mit hohen Anteilen an Verpackungsabfällen zu deren Verwertung ermutigt werden.
Die Bioabfälle aus der Gastronomie und der Lebensmittelbranche sollen möglichst flächendeckend erfasst und der neuen Vergärungsanlage zugeführt werden, wo sie energetisch genutzt werden können.
 

Links:
AUE Homepage zum Thema Abfall aus Industrie und Gewerbe:
» www.aue.bs.ch/fachbereiche/abfaelle/iug-definition.htm
 
Abfallbericht Basel-Stadt zum Thema Industrie- und Gewerbeabfall:
» www.aue.bs.ch/teil_siedlungsabf_betriebe.pdf
 
Umweltbericht 2007 zum Thema «Betriebsspezifische Abfälle»:
Abfall > Spezielle Abfallkategorien > Betriebsspezifische Abfälle