Abfälle aus Haushalten, was wir vorhaben

In den Jahren 2001/2002 hat das BUWAL in einer umfassenden Untersuchung die Zusammensetzung des Kehrichts aus verschiedenen Gegenden der Schweiz ermittelt. Dabei zeigte es sich, dass vor allem bei den biogenen Abfällen (Rüstabfälle, Rasenschnitt, etc.) noch ein beachtliches Verwertungspotenzial besteht. Eine bessere Verwertung wäre auch beim Papier (Zeitungen) und beim Glas erreichbar.
 
Dies gilt auch für die Abfälle aus der Region Basel, wie die Grafik über die Zusammensetzung von Kehrichtsäcken aus der Stadt Basel zeigt (Abb. 1).
 
Vor diesem Hintergrund sind weiterhin Anstrengungen nötig, um die Verwertungsquote bei einzelnen Siedlungsabfallfraktionen gezielt zu verbessern, aber auch um die Abfallmengen insgesamt zu vermindern.



Abb. 1: Inhalt der Basler Kehrichtsäcke

Vorgesehen sind folgende Massnahmen:

 
Optimale Verwertung der biogenen Abfälle:
In Pratteln, Ormalingen und Liesberg stehen in der Region Basel drei Vergärungsanlage zur Verfügung, die Rüstabfälle, Speisereste, Rasenschnitt, etc. zu Biogas und Kompost umwandelt. Daneben gibt es eine Vielzahl von Kompostieranlagen und dezentralen Kompostplätzen in den Gärten und Hinterhöfen. Verschiedene Gemeinden haben in den letzten Jahren ihre Grünabfuhr entsprechend erweitert und leiten das Sammelgut nun den Vergärungsanlagen zu. In der Stadt Basel lässt sich eine separate Erfassung organischer Abfälle aufgrund der städtischen Siedlungsverhältnisse dagegen nicht so leicht realisieren. Eine vom AUE BS in Auftrag gegebene Ökobilanz zeigte für Bioabfälle aus Haushalten auch keinerlei eindeutige Vorteile für einen der Entsorgungswege Vergärung, Kompostierung oder die Verbrennung in einer Kehrichtverbrennungsanlage. Hingegen fallen unterschiedliche Kosten bei den drei Entsorgungswegen an. Es werden der weitere Ausbau der Kompostierung sowie der Entsorgung der Bioabfälle über Bioklappen geprüft.
Ausbau der Wertstoffsammlungen:
In Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft sollen in Basel weitere Recyclingzentren eingerichtet werden. Zur Diskussion steht zudem die Einführung eines mobilen Recyclingparks, der periodisch an zentralen Orten aufgebaut würde. Diese Einrichtung könnte Personen ohne Auto die Entsorgung bei Wohnungsräumungen und Umzügen erleichtern. In Basel-Landschaft finden in den Gemeinden ähnliche Entwicklungen statt, wobei auch die Zusammenarbeit in Zweckverbänden oder in kleineren Gruppen mehr und mehr Gewicht erhält.
Kontinuierliche Information der Bevölkerung:
Ohne regelmässige, attraktive Information lässt sich die Verwertungsrate nicht verbessern und es besteht sogar die Gefahr, dass der bisherige (insgesamt gute) Standard abbröckelt. Daher sind in Stadt und Gemeinden immer wieder Informationsaktionen im direkten Kontakt mit der Bevölkerung nötig, bei denen über die Bedeutung des Recyclings und die bestehenden Angebote informiert wird.
 

In Basel-Stadt soll der Bevölkerung die moderne Abfallentsorgung mit Hilfe eines speziellen Merkblatts fast ohne Worte erklärt werden. Auch verschiedene Basellandschaftliche Gemeinden sind an diesem Projekt beteiligt. Der direkte Dialog mit der Bevölkerung wird zudem weitergeführt.

 


Vermittlung von Entsorgungsinformationen im direkten Dialog

Eine wichtige Möglichkeit für die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen bieten auch die vom Kanton Basel-Stadt und der Linie-E gemeinsam angebotenen Führungen mit Abfallunterricht in der Kehrichtverbrennungsanlage Basel. Über 50 Gruppen machen jährlich von diesem attraktiven gratis Angebot Gebrauch und erhalten so einen Eindruck von der täglichen Abfallflut. Gleichzeitig diskutieren die TeilnehmerInnen mit den speziell geschulten Kursleiter/innen aber auch über eigene Handlungsmöglichkeiten zur Abfallverminderung.

 


KVA-Führung

Links:
AUE Homepage zum Thema Siedlungsabfall:
» www.aue.bs.ch/fachbereiche/abfaelle/sa-definition2.htm
 
Abfallbericht Basel-Stadt zum Thema Haushaltabfälle:
» www.aue.bs.ch/teil_haushaltabfaelle.pdf
 
Teil «Abfallvermeidung» des Umweltberichtes:
Abfall > Abfallvermeidung