Abfälle aus Haushalten, Statistik

Bis 2008 hat in Basel-Stadt die Menge der über die öffentliche Abfuhr erfassten Siedlungsabfälle stetig abgenommen. 2009 und 2010 wurde in der Stadt Basel versuchsweise eine Gratis-Sperrgutabfuhr eingeführt, was zu einem deutlichen Anstieg der Siedlungsabfälle führte. Die Sperrgutmenge hat in den beiden Jahren stark zugenommen (5'228 Tonnen 2009, 3'432 Tonnen 2010 . Beträchtliche Mengen an Hauskehricht wurden als «Sperrgut» entsorgt, weshalb die Hauskehrichtmenge jeweils zurückging. Der Pilotversuch wurde Ende 2010 beendet. Im Kanton Basel-Landschaft blieb die Siedlungsabfallmenge weitgehend stabil. Gleichzeitig haben die Haushalte der beiden Kantone in den letzten fünf Jahren nochmals mehr Papier, Karton, Glas, Altmetall und kompostierbare Abfälle separat gesammelt und der Verwertung zugeführt. 

 

Inzwischen gelangen aus den Haushalten ebenso viele Abfälle ins Recycling wie in die Kehrichtverbrennung. Mit rund 50% liegt die Recyclingquote damit in beiden Kantonen über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt.

 

Diese positive Entwicklung ist auf folgende abfallwirtschaftlichen Massnahmen zurückzuführen:

Die verursachergerechten Gebühren (Sackgebühren) wirken auch mehr als 10 Jahre nach ihrer Einführung immer noch. Da das Recycling für die Bevölkerung kostenlos ist und der Kehrichtsack demgegenüber etwas kostet, besteht für die AbfallerzeugerInnen ein klarer Anreiz, die Abfälle dem Recycling zuführen. Je mehr Wertstoffe sie separat sammeln, desto stärker werden sie finanziell entlastet. Wie sich gezeigt hat, wurde mit dem Basler Pilotversuch der Gratissperrgutabfuhr das Verursacherprinzip teilweise unterlaufen.

Das Informationsangebot wurde weiter verbessert. Mit den neuen Medien (Internet) und benutzerfreundlichen Entsorgungswegweisern (Abfallkalender, Entsorgen von A-Z) wird das Wissen um die umweltgerechte Entsorgung besser kommuniziert.

Die Recyclingangebote wurden ausgebaut oder besser auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmt. So wurden beispielsweise in Basel in den letzten Jahren zwei Recyclingparks eröffnet, welche der Bevölkerung während attraktiven Öffnungszeiten ein Gesamt-Entsorgungsangebot sowohl für Abfälle wie auch für Wertstoffe anbieten. Die Basler Gemeinde Riehen bietet seit Mitte 2008 eine kostenlose Grünabfuhr für Küchen- und Gartenabfälle an, die von der Bevölkerung fleissig genutzt wird. Diese Grünabfuhr führte zu einer besseren Abfalltrennung, sodass die Riehener Hauskehrichtmenge um 20% zurückging. Auch in Basel-Landschaft haben die Gemeinden verschiedene Angebote für Separatsammlungen optimiert.